1111,11 Euro für das Hospiz

Einen Spendenscheck in Höhe von 1111,11 Euro haben die Verantwortlichen der FG „Höhgöiker“ Glashofen an den Vorsitzenden des Fördervereins Odenwald Hospiz Walldürn, Helmut Greulich, überreicht. (Bild: Joachim Hahner-Pestel)

Wie Sitzungspräsident Dieter Schmitt sagte, hatte die Fasnachtsgesellschaft Höhgöiker aus Anlass ihres 50-jährigen Jubiläums alle Gratulanten gebeten, auf die üblichen Geschenke zu verzichten und statt dessen einen Geldbetrag zu spenden, der dann einem sozialen Zweck zur Verfügung gestellt würde. So kam ein ansehnlicher Betrag zusammen, der von den „Höhgöikern“ noch auf die närrische Summe von 1111,11 Euro aufgestockt wurde. Als Empfänger dieser Spende wurde der Förderverein Odenwald Hospiz e.V. in Walldürn ausgewählt.

Mit dem folgenden - nicht nur närrischen - Vortrag bedankte sich Helmut Greulich bei den Höhgöikern:

Vor drei Wochen krieg ich ganz unverhofft
von de Höhgöiker elektronische Post.
Im Text von der Mail stand net viel drin,
nur dass ich nach Glashofe eingelade bin
alles weitere sollt ich dem Anhang entnehme
und von einer Spende war auch schon die Rede.

Ich öffne den Anhang, um mich wird es Licht,
ein grellgrüner Briefkopf in die Augen mir sticht.
Sicher soll der das Gras symbolisiere,
durch welches die Göiker auf der Höhe flaniere.
Auch ihren Damen, den Legehennen, geht’s hier gut,
auf der grünen Wiese machen sie ihren Göikern Mut.

Glückliches Federvieh legt glückbringende Eier,
diese erfreuen Familie Müller und Meier
und auch wenn sie Meidel oder Berberich heißen,
können sie Berres-Eier mit Genuss verspeisen.
Doch diese Überlegungen will ich nun beenden
Und mich wieder der Einladung zuwenden.

Also der Patrick Heinisch schreibt, es wär schön,
wenn ich zur Prunk- und Fremdensitzung mit Gattin käm.
Das verwundert mich sehr, ich halt’s erst für en Geck
denn ich bin doch alles and’re als en Jeck,
was wollen die mit mir auf der Bühn’,
wo ich doch so ernst und zurückhaltend bin.

Doch mit der nächsten Zeile hat sich alles aufgeklärt,
diese Einladung hat mir nicht mein Ruf als Humorist beschert.
Ich sollte zur Sitzung der Höhgöiker gehen,
um dort eine Spende entgegenzunehmen.
Damit war meine Teilnahme schon gebont,
denn ich tu alles, wenn`s unsrem Hospiz nur frommt.

Und dann kam noch eine Überlegung dazu,
was hat die Fasnacht mit einem Hospiz zu tun?
Auf den ersten Blick wohl nichts, so denkt man bestimmt,
doch wenn man`s genauer ins Auge nimmt,
finden sich doch manche Parallelen,
und von denen will ich kurz erzählen.

Der Narr verkleidet sich, doch die Verkleidung zeigt oft,
was er sich eigentlich vom Leben erhofft,
und er spricht über Dinge, humoristisch verpackt,
womit er nichts als die Wahrheit sagt,
und er feiert, schlägt manchmal über die Stränge,
und befreit sich so von der alltäglichen Enge.

Wer im Hospiz ist, hat schon aufgehört sich zu verkleiden,
hinter sich gelassen Therapien und Leiden
er weiß, was ihn erwartet und wer er ist,
er kennt die Wahrheit, kennt die Kürze der Frist
Illusionen sind passé, was zählt ist das Leben,
und dem noch so viel Sinn wie möglich zu geben.

Und so herrscht im Hospiz nicht nur Trauer und Enge,
auch dort schlägt manchmal noch einer über die Stränge
und bisweilen wird gefeiert und erzählt und gelacht,
wer das nicht erlebt hat, hätt’ nie es gedacht.
Der Gast im Hospiz hat das gleiche Bestreben,
er will, wie der Narr, dem endlichen Leben
einen vernünftigen Sinn geben.

Drum also wisst, ihr Narren, liebe Leut’,
dass mich die Spende der Höhgöiker freut.
Dass ihr ans Hospiz dachtet, gereicht euch zur Ehr,
und Hospizgäste und Pflegerinnen freuen sich sehr.
Auch ich bedank mich bei euch, liebe Leute,
Tschüss und Ade, auch für mich war’s ne Freude.