Pressespiegel

Die Themen Sterben und Tod sind für viele Menschen tabu. Sie sprechen nicht gern darüber und verdrängen eher, was eines Tages doch jeden ereilt. Um dieses Tabu zu brechen und einen Ort zum würdevollen Sterben, das Odenwald-Hospiz in Walldürn, ins Bewusstsein zu rücken, veranstaltete der Förderverein dieser Einrichtung im Alten Rathaus in Miltenberg einen musikalisch-literarischen Abend.

Unter dem Titel „Es ist ein Kommen und Gehen“ boten Stefan Müller-Ruppert (Gesang/Rezitation) und sein Sohn Bastian Ruppert (E-Gitarre) ein nachdenklich stimmendes und zugleich auch heiteres Programm. Es spannte einen Bogen vom Willkommen-Heißen eines neuen Erdenbürgers bis hin zum Abschiednehmen von dieser Welt.

Die beiden Künstler aus Buchen verstanden es einfühlsam, die Zuhörer im fast voll besetzten

Stefan Müller-Ruppert (Gesang/Rezitation) und sein Sohn Bastian Ruppert (E-Gitarre) boten ein nachdenklich stimmendes und zugleich auch heiteres Programm zum Thema Sterben und Tod im Alten Rathaus in Miltenberg. ( Bild: Maria Gehrig)

Bürgersaal mit auf die Lebensreise zu nehmen, von der man anfangs nicht weiß, wo sie überall hinführen wird. Mit ausgesuchten Liedern, zum Beispiel von Reinhard Mey, Herbert van Veen, Bettina Wegener, „Pur“, Eric Clapton oder Bob Dylan wurden die Texte passend ergänzt. Hier lieferten unter anderem Harald Hurst, Theodor Fontane, Joseph von Eichendorff, Hermann Hesse oder Heinrich Heine geeignete literarische Vorlagen aus unterschiedlichen Epochen.

Die ständigen Wechsel in der Vortragsweise – mal im Odenwälder Dialekt, mal auf Hochdeutsch, mal auf Wienerisch - nahmen die Besucher förmlich gefangen von der Thematik. Viele fühlten sich berührt von der Musik und dem Gehörten, was durch einen langanhaltenden und herzlichen Applaus zum Ausdruck kam.

Und die Erkenntnis, dass man im Hier und Jetzt das Leben genießen, nichts Wichtiges verschieben und sich nicht zu wichtig nehmen sollte, die gab es gratis obendrein.

Der Vorsitzende des Fördervereins Odenwald-Hospiz, Helmut Greulich, informierte darüber, dass seit der Eröffnung des Odenwald-Hospiz’ vor vier Jahren dort inzwischen 300 Gäste in wohltuender Atmosphäre auf ihrem letzten Weg begleitet wurden. Er dankte den Künstlern, denen es gelungen sei, die Scheu und Berührungsängste mit Blick auf Sterben und Tod abzubauen. Und wer weiß: Vielleicht kann der eine oder andere Besucher eines Tages dem Tod sogar mit einem Augenzwinkern begegnen.

© Fränkische Nachrichten, 18. September 2018

Große Freude im Odenwald Hospiz Walldürn: Patrizia Spitzer vom Vorstandsteam der Bürgerstiftung für die Region Mosbach überreichte am Freitag einen Spendenscheck in Höhe von 5000 Euro an den Vorsitzenden des Fördervereins des Odenwald Hospiz Walldürn, Helmut Greulich, an dessen Stellvertreter Heinrich Hennig sowie an Pflegedienstleiterin Magdalena Baier. Der Spendenbetrag resultiert aus dem Reinerlös verschiedener Aktivitäten und Tätigkeiten der in ehrenamtlichem Engagement tätigen Bürgerstiftung sowie aus eingegangenen Spenden.

Einrichtung vorgestellt
Nachdem Pflegedienstleiterin Baier alle Anwesenden im Foyer begrüßt und durch die Einrichtung geführt hatte, betonte sie, dass das Odenwald Hospiz ein Ort der Geborgenheit sei und der Mensch im Mittelpunkt der Pflege und Betreuung der Mensch stehe, um ihm am Lebensende ein friedvolles Sterben in Würde zu ermöglichen. Gepflegt werde die wiederentdeckte Tradition des menschlichen Umgangs mit Sterbenden. Das Haus sei ganz ausgerichtet auf die Bedürfnisse der Patienten, die man als Gäste behandle und auch so nenne.

Das Haus biete in einer warmen und persönlichen Atmosphäre Platz für zehn Gäste, wobei jedem ein wohnlich eingerichtetes Einzelzimmer zur Verfügung stehe, das mit persönlichen Dingen ausgestattet werden könne. Auch Angehörige könnten dort in einem Zustellbett übernachten. Außerdem stehe im Haus ein separates Übernachtungszimmer für Angehörige bereit. Das Essen werde nach Wunsch und Möglichkeit gemeinsam im gemütlichen Wohnbereich oder im eigenen Zimmer angeboten.

Kompetente Versorgung
„Die letzte Wegstrecke vor dem Tod ist es wert, gelebt zu werden“, so Baier. In der Gemeinschaft mit Angehörigen, Freunden und Hospizmitarbeitern könnten sich die Gäste getragen, verstanden und angenommen fühlen. Eine kompetente palliativmedizinische Versorgung ergänze diese Fürsorge, die sich stets an den jeweiligen Bedürfnissen des Hospizgastes orientiere.

Patrizia Spitzer (Zweite von links) von der Bürgerstiftung für die Region Mosbach überreichte einen Spendenscheck in Höhe von 5000 Euro. (Bild: Bernd Stieglmeier)

Patrizia Spitzer stellte die Bürgerstiftung für die Region Mosbach und deren Aktivitäten vor, ehe sie den Scheck überreichte.

Helmut Greulich bedankte sich für die großzügige Spende, die den Bewohnern des Odenwald Hospiz zugutekommen und mit dazu beitragen wird, dass das Odenwald Hospiz das Minimum von mindestens fünf Prozent der Betriebskosten durch Spenden selbst abdecken kann.

© Fränkische Nachrichten, 27. August 2018

Es war ein grandioser Abend im geschmackvoll gestalteten und voll besetzten Sommerzelt auf der Neusaßer Golfanlage. Die Benefiz-Gala zugunsten des Odenwald-Hospiz’ avancierte zu „dem Ereignis 2018“ auf der Walldürner Höhe. Erfolgreiche Sportler aus dem Stadtgebiet mit Silvia Neid an der Spitze sowie Kabarettist Rolf Miller und Schlagersängerin Liana (beide ebenfalls aus Walldürn) sorgten für ein herausragendes Event. Die Akteure stellten sich als Botschafter für das Hospiz in den Dienst der guten Sache.


Virtueller Rundgang

Moderator Manfred Schärpf führte die Besucher locker und souverän durch ein abwechslungsreiches Programm voller Information und Unterhaltung. Zunächst nahm Birgit Schmidt vom Odenwald-Hospiz die Gäste auf einfühlsa

me Weise mit auf einen virtuellen Rundgang durch die Einrichtung am Walldürner Auerberg. Zugleich beschrieb sie die Abläufe in dem Haus, das zehn Gäste aufnehmen kann und auch Zimmer für Angehörige bietet.

Interessante Einblicke
Interessante Einblicke in die Karrieren der „Crème de la Crème“ der Walldürner Sportwelt gewährte eine kurzweilige Gesprächsrunde. Manfred Schärpf holte „die versteckten Meister“ ins Rampenlicht und entlockte ihnen so manche Neuigkeit. Der Moderator stellte das Fußball-Nachwuchstalent Laura Haas (Glashofen), die deutsche Meisterin im Florettfechten, Anne Sauer (Reinhardsachsen) sowie aus dem Pferdesport die deutsche Meisterin im Cutting, Melanie Georg (Glashofen) und den badischen Meister

im Gespannfahren, Thoma Seitz (Neusaß) vor (siehe Kurzportrait Sportler unten).
Als Krönung komplettierte die „Ikone des Frauenfußballs“, Silvia Neid, die illustre Runde und plauderte aus dem Nähkästchen, zumindest ein wenig. Die dreimalige Welttrainerin, Olympiasiegerin und Trägerin unzähliger Titel und Erfolge weilt regelmäßig in ihrer Heimat. Sie bedauert es sehr, dass es heute den „Sandkastenfußball“ heute nicht mehr gibt. „Der Fußball hat mein Leben total geprägt“, sagte sie und zeigte sich dankbar dafür, wie ihre Karriere, die auch Tiefen kennt, verlaufen ist.

Perfekter Zeitpunkt

Das Jahr 2016 mit der olympischen Goldmedaille in Rio sei der perfekte Zeitpunkt zum Aufhören gewesen. Das Hetzen von Turnier zu Turnier habe sie nicht mehr gewollt. Heute arbeitet Silvia Neid beim DFB im Trendscouting, um neue Entwicklungen im Frauenfußball zu analysieren. Und sie will in den nächsten fünf Jahren ein einstelliges Handicap im Golfsport erreichen.
Für den musikalischen Part an diesem Abend sorgte Schlagersängerin Liane, die richtig Stimmung in den Saal zauberte und die Fans mit ihren Liedern zum Mitmachen animierte und begeisterte. Für den „Tennessee Walz“ hatte sie sich mit Reinhold Beuchert aus Glashofen den perfekten Tanzpartner ausgesucht.
Mit seinen Songs kam auch das Nachwuchs-Duo „You are“ mit Angelika Schotter und Robert Hottmann von der Walldürner Musikschule bestens be

im Publikum an.
Der Kabarettist Rolf Miller hatte ein Leichtes bei diesem „Heimspiel“. Denn neben der Betrachtung aktueller Schlagzeilen um Boris Becker, Til Schweiger und Jan Ullrich kramte „der ungekrönte Meister der unfertigen Sätze“ auch alte Geschichten aus der Schulzeit hervor.
Initiator Heinrich Hennig, Ehrenpräsident des Golfclubs Glashofen-Neusaß und stellvertretender Vorsitzender des Hospiz-Fördervereins, dankte allen Sponsoren, Spendern und Gästen für ihren Beitrag, mit dem ermöglicht werde, dass Menschen das Ende ihres Lebens in Geborgenheit verbringen können.

Professionelle Hilfe
Der Schirmherr der Veranstaltung, Walldürns Bürgermeister Markus Günther, betonte, er sei froh darüber, dass das Hospiz mit seinen Mitarbeitern ech

te professionelle Hilfe anbiete und eine Wohlfühlatmosphäre und letzte Heimat für Menschen bereithalte. Aus Respekt vor seiner Arbeit war das ganze Team denn auch zur Benefiz-Gala nach Neusaß eingeladen worden.

Großen Beifall ernteten am Schluss Moderator Manfred Schärpf und die Leiterin der Tourist-Information Walldürn, Tanja Naas, für die Organisation des vom Hospiz-Förderverein, der Stadt und Golfclub ausgerichteten Abends. Wer sich keine Karte dafür besorgt hatte, der hat wirklich etwas verpasst. Denn die Größen aus Sport und Unterhaltung wird man so schnell nicht mehr gemeinsam auf einer Bühne erleben können.

Kurzporträts der Sportler
- Thomas Seitz aus Neusaß, der sich viele Jahre hobbymäßig dem Pferdesport verschrieben hatte, stieg erst vor fünf Jahren richtig aktiv ein und krönte diese Entscheidung kürzlich mit dem Titel des Badischen Meisters im Gespannfahren (Einspänner Pony). Tägliches Training sei unabdingbar, der Einklang zwischen Pferd und Fahrer ein Muss. Auch wenn sich mit dem Sport kein Geld verdienen lasse, ziele der in den Bundeskader berufene Sportler die Qualifikation zur WM 2019 an.
- Melanie Georg von der Ranch „Q-Place“ in Glashofen geht mit dem Westernreiten und spezielldem Cutting (Trennen des Rindes von der Herde) einer eher seltenen Sportart nach. Die siebenmalige deutsche Meisterin reist mehrmals jährlich in die USA, um sich aktuell im Hütehunde-Training ausbilden zu lassen. Dafür hat sie sich vor Ort eine große Schafherde angeschafft und hofft, lange fit zu bleiben, um mit den Tieren arbeiten zu können.
- Mit neun Jahren begann Anne Sauer aus Reinhardsachsen mit dem Fechtsport. Heute steht die siebenmalige deutsche Meisterin an 13. Stelle der Florettdamen weltweit. Bis heute findet sie Taktik, Technik und Athletik im Fechtsport spannend und verspürt den Anreiz, sich immer weiter zu verbessern. Ihre Zukunft sieht sie weniger als Fecht-Trainerin, eher im Bereich Fitness- und Personaltrainer. Die Olympiade 2020 in Tokio hat sie fest im Visier. Die Qualifikation hierzu startet im April 2019.
- Das junge Fußball-Nachwuchstalent Laura Haas aus Glashofen hatte schon als Achtjährige viel Spaß am Sport. Heute kickt sie bei der SpVgg. Neckarelz in der B-Jugend - wie zuvor schon mit lauter Jungs, die sie alle ob ihrer Leistung akzeptieren. Ihr Ziel, mit dem Nationalteam an der WM in Uruguay teilzunehmen, ist ihr großer Traum. Dazu laufen bereits die Sichtungen. Auf jeden Fall will sie ihr Abitur ablegen und eventuell in einer Bundesliga-Mannschaft spielen.

© Fränkische Nachrichten, 14. August 2018 - (Bilder: Maria Gehrig)

Mit einer Spende über 600 Euro unterstützt der MGV „Liederkranz“ Buchen die Arbeit des Odenwald-Hospiz’ in Walldürn. Am Donnerstagabend übergaben Vorstandsmitglieder des Vereins an Verantwortliche der Einrichtung symbolisch einen überdimensional großen Scheck.

Das Geld stammt aus dem Spendenerlös eines Konzerts, das der Konzertchor „Cantamus“ Ende Mai in der Walldürner Basilika gegeben hatte. Der Chor präsentierte an jenem Pfingstmontagabend das geistliche Programm, das er für seine Reise nach Irland erarbeitet hatte. MGV-Vorstandsmitglied Michael Farrenkopf betonte bei der Übergabe, dass man das Odenwald-Hospiz sehr gern unterstütze, weil hier eine sehr wichtige Arbeit verrichtet werde. Helmut Greulich, Vorsitzender des Fördervereins Odenwald-Hospiz, dankte dem Verein für die Spende und erinnerte an das sehr gut besuchte und äußerst gelungene Konzert.

Anschließend führte Hospiz-Geschäftsführerin Christine Lehner die MGV-Vertreter durch das Haus und erläuterte die Arbeitsweise in dem Hospiz.

(von links) Eva Herzmann, Sandra Kern, Cornelia Bernhard und Michael Farrenkopf vom MGV „Liederkranz Buchen sowie Helmut Greulich (Vorsitzender des Fördervereins), Palliativ-Fachkraft Katrin Groß, Krankenschwester Irma Arndt, Geschäftsführerin Christine Lehner, Vereinsvorsitzender Herbert Kilian und Gesellschafterin Christa Weiß.
Bild: Martin Bernhard

© Fränkische Nachrichten, 30. Juni 2018

Der Erlös des Benefizkonzertes des Heeresmusikkorps wurde an die Vertreter des Odenwaldhospizes und des Soldatenhilfswerks übergeben. (Bild: Bernd Stieglmeier)

SPENDE ÜBERREICHT: Benefizveranstaltung des Heeresmusikkorps brachte über 8000 Euro ein
Konzert für einen guten Zweck
Walldürn.

Anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Bundeswehr-Standortes Walldürn sowie der Aufstellung des Logistikbataillons 461 vor 15 Jahren in Walldürn gastierte am 3. Mai das Heeresmusikkorps 12 zu einem Benefizkonzert in der Nibelungenhalle. Der Erlös war für das Odenwald Hospiz Walldürn und das Soldatenhilfswerk der Bundeswehr bestimmt.

Die Veranstaltung verband das Angenehme mit dem Nützlichen, und sie verband musikalischen Genuss mit der Unterstützung für Mitmenschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Die Liebe zur Musik und der Wunsch, mit Taten zu helfen, bewegte an diesem Abend die Akteure sowie die Konzertbesucher gleichermaßen.

Das Konzert wurde vom Logistikbataillons 461 mit Unterstützung der Stadt Walldürn durchgeführt und bot ein niveauvolles Programm, das von klassischer Musik über die traditionelle deutsche Militär- und Marschmusik sowie symphonische Blasmusik bis hin zur modernen Unterhaltungsmusik reichte.

Der Reinerlös betrug 8030 Euro, die am Dienstagnachmittag der Kommandeur des Logistikbataillons 461 Walldürn, Oberstleutnant Christoph Werle, in der Nibelungenkaserne zu jeweils gleichen Teilen an die Vertreter der beiden Einrichtungen überreichte. Der Dank von Oberstleutnant Werle galt allen, die zum Gelingen des Konzertes und damit zu diesem Spendenergebnis beigetragen haben.

Nach der Spendenübergabe dankten der Vorsitzende des Fördervereins Odenwald Hospiz, Helmut Greulich, sowie der Geschäftsführer des Soldatenhilfswerkes, Hans-Michael Ketterle aus Bonn, allen Beteiligten für die großzügige Spende in Höhe von jeweils 4015 Euro an die Einrichtungen.

© Fränkische Nachrichten, 21. Juni 2018

Als Prolog für eine einwöchige Irlandreise gestaltete der Buchener Konzertchor „Cantamus“ ein geistliches Programm mit klassischer Chormusik in der Basilika. ( Bild: Bernhard Böhrer)

Mit einem homogenen Chorklang aller Stimmgruppen begeisterte der Buchener Konzertchor „Cantamus“ das Publikum in der Basilika.

Als Auftakt seiner einwöchigen Chorreise nach Irland präsentierte der Buchener Konzertchor „Cantamus“ unter der Leitung von Michael Wüst ein geistliches Programm mit klassischer Chormusik in der Basilika. Konzipiert wie eine a-cappella-Andacht, begann „Cantamus“ das Programm mit einem „Introitus“ mit dem Kyrie und Sanctus der „Missa in G“ von Josef Gabriel Rheinberger. Gleich zu Beginn merkten die zahlreichen Konzertbesucher, wie homogen und geschlossen der Chorklang in allen Stimmgruppen in der Akustik der Basilika wirkt. Im folgenden Themenblock „Tod und Auferstehung Christi“ bot der gemischte Chor, bestehend aus 35 Sängern „Popule meus“ von Tomás Luis de Victoria aus dem späten 16. Jahrhundert. Die warm und sicher gestalteten Soloeinlagen von Bass-Bariton Siegfried Müller überzeugten, wie auch der chorische Dialog mit dem Schöpfer der Erde. In diesem Teil des Programms sang der Chor auch zwei Bearbeitungen von Michael Wüst.

Mit „O du stille Zeit“ schaffte „Cantamus“ einen ruhigen Pol mit schlicht vorgetragenen Klängen. Während des Zweiten Weltkriegs komponiert, kann das beliebte Chorstück auch als Flucht aus dunklen Zeiten in eine bessere „innere“ Welt gedeutet werden. In tiefer und hoher Lage, Dissonanzen auskostend, wurden die Wörter von Eichendorff stimmig bearbeitet und vom Chor obertonreich in offenen Akkorden schlüssig und fließend dargeboten.

Daraufhin erklang, wieder zum Thema Glaube und Hoffnung, Mendelssohns dreistimmiger Frauenchorsatz „Hebe deine Augen auf“ aus dessen Oratorium „Elias“. Darauf folgte der älteste liturgische Gesang in deutscher Sprache: „Christ ist erstanden“ aus dem 12. Jahrhundert wurde von Michael Wüst bearbeitet, ohne den gregorianischen Charakter zu schmälern, einmal als Bicinium zwischen Alt und Sopran, und dann teils in Kanonfuge mit dem ganzen Chor.

Der größte Zeitsprung des Programmes folgte mit „Herr, bleib bei uns“ von Rheinberger, das wohl bekannteste Werk auf der Irlandreise. Die Chorsänger interpretierten die Motette aus 1855 des nur 15-jährigen Komponisten mit klarer Diktion, schöner Phrasierung und klangstarken Höhepunkten. Obwohl fast inhaltsgleich, spricht das Kirchenlied „Abide with me“ vom englischen Organisten William Henry Monk mehr als die Erscheinung Jesu bei Emmaus an: Gottes Beistand wird erhofft und herbeigesehnt, wie sich dies in den Worten „Immer größer wird die Dunkelheit, Herr, bleib bei mir!“ ausdrückt, die in der dritten Strophe von Anna Wiener auf englisch solistisch klangschön vorgetragen wurden.

Im Themenblock der „Dreifaltigkeit“ ließ „Cantamus“ sein weitläufiges internationales Repertoire erahnen, denn – wieder in der Bearbeitung von Michael Wüst – erklang die italienische „Alta Trinità beata“ aus dem 14. Jahrhundert. Dieser alte lateinische Hymnus wurde variantenreich wie stilvoll mit tiefem Bordun, kantablen Diskantlinien und energischem Rhythmus bearbeitet, wobei der Chor zum ersten Mal im Konzert im vollen forte aussang.

„Cantate Domino“ des ungarischen Komponisten László Halmos folgte darauf und ließ durch belebte Figuren, schlichte homophone Akkorde und versetzte Einsätze der Stimmgruppen Echoeffekte und die Freude des Dankliedes erstrahlen. Nach diesem Ausbruch der Freude kehrte im Themenblock „Geheimnis des Glaubens“ durch das „O sacrum convivium“ des italienischen Komponisten Giovanni Croce wieder innere Einkehr zurück. Als Vorgänger von Monteverdi am Markusdom in Venedig, hat Croce im fließend-kontrapunktischen Palestrina-Stil ein Werk wie für eine Kathedrale gemacht. Das romantische und auch hoch chromatische „Ave Verum Corpus“ von Saint-Saëns schloss in einem langen Amen im legato den Themenblock ab.

Die Huldigung an die Jungfrau Maria, „Bogoroditse Djevo“, von dem bedeutendsten lebenden Komponisten für Chor und Neue Musik, dem Esten Arvo Pärt, wurde hoch expressiv und deklamatorisch lebendig zum Besten gegeben.

Im letzten Teil des Konzerts stand das Thema „Ehre sei Gott“. Das hochromantische, englische „As torrents in summer“ von Edward Elgar betonte die innere Stärke des Glaubens trotz aller Widrigkeiten und wie Menschen „mit verzagtem Herzen plötzlich aufblühen, verwundert, und ohne zu wissen, dass Gott irgendwo tief in ihnen gewirkt hat“.

Mit Karl Jenkins’ „God shall wipe away all tears“ sang der Chor sinngemäß „Gott wird abwischen alle Tränen und es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid, kein Wehklagen und keinen Schmerz. Preist den Herrn“. In dieser Stimmung schloss „Cantamus“ die musikalische Andacht mit „Du bist’s, dem Ruhm und Ehre gebühret“ im klassischen Stil ab. Die dankbaren Konzertbesucher spendeten langanhaltenden Applaus, woraufhin „Notre Pére“ von Duruflé als abschließendes Vaterunser das gelungene Programm abrundete.

Teile der Spenden am Ausgang wurden dem Odenwald-Hospiz zugedacht, das in den vergangenen Jahren 340 Menschen ein friedvolles Sterben in Würde ermöglicht hat.

© Fränkische Nachrichten, 26. Mai 2018

Marie-Madeleine Kehl, Schülerin der Zentralgewerbeschule Buchen, 
verbrachte einen ganzen Tag zusammen mit der ehrenamtlichen 
Hospizhelferin Christa Greulich im Odenwald Hospiz. Ihr Bericht darüber 
erschien am 30. April 2018 auf der Seite "Jugend schreibt" in der 
Frankfurter Allgemeinen Zeitung. (Klick auf Bild um Bericht zu lesen)

Bei Wohnfitz wurde ein Scheck über 3000 Euro von Wolfram Fitz und Thomas Nitschmann an Vertreter des Hospizes übergeben. ( Bild: Ralf Marker)

Eine großzügige Spende von 3000 Euro gab es am Freitag für das Odenwald Hospiz. Es handelt sich um den Erlös aus einer Aktion beim verkaufsoffenen Sonntag von Wohnfitz. An diesem Tag hatte auch das Walldürner Möbelhaus seine Pforten geöffnet. Anlässlich des verkaufsoffenen Sonntages hatte der Förderverein des Odenwald Hospizes das Möbelhaus tatkräftig bei der Kaffee-und Kuchenausgabe unterstützt. Kaffee und Kuchen hatte Wohnfitz gespendet.

Den kompletten Erlös aus dieser Verkaufsveranstaltung hat Wohnfitz auf 3000 Euro aufgestockt – und am Freitag wurde dieser Betrag offiziell übergeben. Zu der Spendenübergabe hatten sich Wolfram Fitz und Thomas Nitschmann, Geschäftsführer des Möbelhauses, Herbert Kilian, Vorsitzender des Hospizvereins, Gesellschafterin Christa Weiß, die Pflegedienstleiterin Magdalena Baier und die Hospiz-Geschäftsführerin Christine Lehner im Möbelhaus versammelt.

Nitschmann und Fitz stellten Wohnfitz, das Angebot und die Philosophie des Unternehmens vor. „Wir freuen uns, wenn wir helfen können“, sagte Wolfram Fitz. Es ist nicht die erste Spende der Firma an das Hospiz. „Und wir wollen das Hospiz auch weiterhin unterstützen und die gute Zusammenarbeit weiterführen“, sagten die beiden Geschäftsführer. Sie lobten die Arbeit der Mitarbeiter und Ehrenamtlichen des Odenwald-Hospizes, in dem den Gästen der letzte Abschnitt ihres Lebens so angenehm wie möglich gestaltet werden soll.

Die Vertreter des Hospizes gingen auf das Haus und die Finanzierung ein. Der Aufenthalt in einem stationären Hospiz ist für den Gast kostenlos, ebenso für die Angehörigen. Gemäß dem Hospiz – und Palliativgesetz tragen die Krankenkassen maximal 95 Prozent der Kosten des ausgehandelten Bedarfssatzes, für die restlichen fünf Prozent muss das Hospiz selbst aufkommen. Daher sei man auf Unterstützung angewiesen – wie etwa in diesem Fall durch eine großzügige Spende des Möbelhauses Wohnfitz.

Am Ende waren sich alle Tisch einig: Diese Spende ist eine wertvolle Hilfe für die Arbeit der Mitarbeiter und Ehrenamtlichen des Hospizes.

© Fränkische Nachrichten, 16. April 2018

Unserer Einladung gefolgt waren am Samstag, 24. März 2018 die engsten Familienangehörige und Freunde unserer Gäste, welche von Oktober bis Januar in unserem Haus gepflegt und  betreut wurden. Noch einmal wollten wir Ihrer in Würde gedenken.

Die ehemalige Kapelle Maria Rast, direkt neben dem Hospizgebäude bot hierfür einen feierlichen Rahmen.

Musikalisch wurde die Feier diesmal von Herrn Jochen Gümbel begleitet, der den weiten Weg aus der Pfalz nicht scheute, um für unsere Gäste zu spielen. Herr Gümbel hat seinen Vater 2016 hier begleitet. Es macht uns alle sehr stolz und dankbar, mit wieviel Menschen wir auch nach langer Zeit noch in Freundschaft verbunden sind. Dafür ein ganz herzliches Dankeschön.

Nach der Begrüßung durch Christine Lehner erläuterte Magdalena Baier den Ablauf der Gedenkfeier, welche nicht nur für die Angehörigen wichtig und wertvoll ist, sondern auch für unser ganzes Team aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Nach einem Musikstück trug Tanja Insel den Text von Mensch zu Mensch vor, bei dem es vor allem darum geht, was wir bei unseren Mitmenschen durch kleine Gesten bewirken können.

Beim anschließenden verlesen der Namen durch Uta Lang und Tanja Insel, bekam jeder Gast noch einmal symbolisch durch eine Kerze einen Platz in unserer Mitte. 24 Kerzen waren es am Ende , angezündet durch Erna Neckermann und Birgit Lang. Unterbrochen wurde das Verlesen der Namen durch drei kurze Meditationstexte vorgetragen von Maria Heck, Rosi Stang und Marianne Westrich.

Nach einem Lied trug Uta Lang einen Meditationstext vor, ehe Conny Benig ebenfalls noch einmal alle Angehörige persönlich ansprach, um unser hospizeigenes Ritual „ die Blume der Erinnerung“ vorzustellen. Mit dieser, aus Ton gefertigten Blume, wird jeder Gast bei seiner Aufnahme im Hospiz begrüßt. Nach seinem Tod verbleibt sie zunächst in seinem Andenken im Hospiz. Im Rahmen der Gedenkfeier haben die Angehörigen die Möglichkeit, diese Blume mit nach Hause zu nehmen.

Nach dem sehr emotionalen Lied „ Weit, weit weg von Dir“ durch Jochen Gümbel, waren alle herzlich eingeladen bei einem kleinen Imbiss ins Gespräch zu kommen und noch ein bisschen zu verweilen. In dieser Zeit bestand die Möglichkeit, einzeln „Die Blume der Erinnerung“ abzuholen.