Einstimmung auf das Osterfest

BENEFIZKONZERT: In der Kirche St. Marien traten Frederick Peterka und Stefan Müller-Ruppert auf / Erlös für das Odenwald-Hospiz.

WALLDÜRN. "Mit ausgebreiteten Armen" - unter diesem Leitwort stand eine Benefizveranstaltung in der Kirche "St. Marien", deren Erlös für das Odenwald Hospiz in Walldürn bestimmt war. Der Musiker, Schauspieler und Rezitator Stefan Müller-Ruppert (Buchen) interpretierte Texte zur vorösterlichen Zeit, die inhaltlich durch die Fastenzeit und das Leiden und Sterben Jesu Christi am Kreuz bestimmt waren, musikalische Beiträge kamen vom Saxofonisten Frederick Peterka. Eine Woche vor Palmsonntag bot diese Benefizveranstaltung eine besondere Einstimmung auf die Karwoche und auf die Auferstehung und Ostern.

2015-03-22-Benefizkonzert

Stefan Müller-Ruppert (links) und Frederick Peterka traten in der KIrche St. Marien für einen guten Zweck. Der Erlös des Konzertes ist für das Odenwald Hospiz bestimmt. © Stieglmeier

Pater Dr. Slawomir Klein OFM Conv als "Hausherr" widmete sich in seinem Grußwort der Hospiz-Bewegung und deren besonderer Bedeutung für sterbenskranke Menschen. Jeder Mensch sollte das Recht haben, unter würdigen Bedingungen zu sterben, und nach diesem Leitsatz richte sich die Hospiz-Bewegung. Sie wolle eine Herberge sein, in der sich Sterbende bis zuletzt als wahre Menschen mit Achtung der menschlichen Würde fühlen könnten. Primär gehe es darum, den Menschen im Hospiz Geborgenheit und Schutz zu geben und sie mit ihren Fragen nach Tod und Lebenssinn nicht alleine zu lassen.

Viele Sterbende würden sich eine Betreuung durch das Hospiz in ambulanter Form wünschen, was wiederum heiße, im eigenen Heim und mit Besuchsdiensten. Hospizeinrichtungen gäbe es aber auch in stationärer Form so wie in Walldürn. Der Fokus bei der Behandlung Ster-bender liege immer auf dem emotionalen und spirituellen Beistand so-wie der Verbesserung der Lebensqualität und oft auch auf der Ver-stärkung des Glaubens.

In diesem Sinne könnten Sterbende und ihre Angehörigen bei der Hospiz-Einrichtung in Walldürn auf die Unterstützung durch ein Team aus Pflegekräften, Ärzten und Geistlichen vertrauen. Hier habe sich ein Team gebildet, unterstützt von vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern und Helfern. Ihnen allen gelte an diesem Tage ein Wort des Dankes und der Anerkennung, ebenso allen, die das Hospiz unterstützen.

Saxofonist Frederich Peterka eröffnete das Konzert mit "Somewhere over the Rainbow. Stefan Müller-Ruppert rezitierte "Karwoche" von Eduard Mörike und Gedicht zum Gründonnerstag" von Rainer Maria Rilke, denen Peterka den 3. Satz aus der "3 Symphonie in F-Dur, Opus 90" von Johannes Brahms folgen ließ.

Die nächsten rezitativen Beiträge von Stefan Müller-Ruppert beinhalteten die "Die Fußwaschung" von Luise Rinser sowie "Der Hahn" von Otto Wiemer. Musikalisch ging es weiter mit dem von Frederick Peterka zu Gehör gebrachten "Schtschedryk" von Mykola Leontowytsch, und im Anschluss trug Müller-Ruppert "Gethsemane" von Annette von Droste-Hülshoff vor. "Georgia on my Mind" von Hoagy Carmichel lautete der nächste musikalische Beitrag, danach trug Müller-Ruppert "Judas Versionen" von Peter Maiwald sowie "Judas Ischariot" von Schalom Ben-Chorin vor.

Frederick Peterka brachte anschließend in begeisternder Weise das "Air" aus der "3. Orchestersuite" von Johann Sebastian Bach zu Gehör und Müller-Ruppert beeindruckte mit "Der Brief des Römischen Hauptmann" von Rudolf Hagelstange.

Texte und Musik

Weiter ging es musikalisch mit "My one and only Love", während Stefan Müller-Ruppert als nächste Beiträge "Pilatus" von Georg Heym sowie "Irrtum des Pilatus" von Reiner Kunze vortrug. "Tears in Heaven" von Eric Clapton und Will Jennings war der nächste musikalische Programmbeitrag, dem textlich "Karfreitag" von Hermann Hesse und "Der einsame Christus" von Christian Morgenstern folgten.

Den krönenden Abschluss dieser Benefizveranstaltung mit Musik und Texten zur österlichen Zeit" stellten das von Frederick Peterka dargebotene "Amazing Grace" von John Newton, die von Stefan Müller-Ruppert gelesenen Texte "Einer ging mit" von Bertolt Brecht und "Mit ausgebreiteten Armen" von Lothar Zenetti und schließlich der letzte musikalische Beitrag "Conquest of Paradise" von Vangelis.

Am Ende dankten Bürgermeister Markus Günther sowie der Vorsitzende des Fördervereins Odenwald Hospiz den beiden Akteuren für ihre in hervorragender Weise dargebotenen Beiträge.

© Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 26.3.2015
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