Förderverein des Odenwald Hospizes zog Bilanz

Bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins Odenwald Hospiz standen Teilneuwahlen im Mittelpunkt. Vorsitzender Helmut Greulich merkte eingangs erfreut an, dass sich seit der letzten Mitgliederversammlung die Anzahl der Mitglieder von 100 auf 138 erhöht hat und 24 Mitglieder eine Patenschaft mit einem Jahresbeitrag von mindestens 300 Euro übernommen haben.

Podiumsdiskussion der FN.
Um den Hospizgedanken und speziell das Odenwald Hospiz in der Region im Gespräch zu halten, nahm man im April 2015 an der Podiumsdiskussion beim FN-Forum "Sterbehilfe oder Sterbebegleitung?" teil. Der Geschäftsführer des Odenwald Hospizes, Thomas Oberst, stellte dort die Einrichtung vor.

Anfang Mai besichtigte eine Delegation der "Joachim und Susanne Schulz Stiftung" mit Sitz in Mudau und Amorbach das Hospiz und übergab einen Scheck über 10 000 Euro. Ebenfalls im Mai nahm eine eine Delegation der CDU unter der Leitung von MdL Peter Hauk an der Einweihungsfeier des neuen Hospizgebäudes des stationären Hospizes Weinsberg teil.

Weitere Spenden überreichten Vertreter der Kölner Fußprozession nach Walldürn sowie der Lions-Club Madonnenländchen. Die Stadtwerke Buchen und der Energiepark Neusaß spendeten eine Photovoltaik-Anlage. Beim Golf-Benefizturnier des Vereins "Frankfurter Sportpresse" auf der Golfanlage in Glashofen-Neusaß kamen 6165 Euro zusammen. Bei mehreren Flohmärkten wurde ebenfalls Geld für das Hospiz gesammelt.

Die Blaskapelle Rippberg und der katholische Frauenbund Buchen überreichten auch Spendenschecks. Der Reinerlös eines Konzerts von Liedermacherin Joana kam dem Odenwald Hospiz zugute. Weitere 3500 Euro sammelte das Möbelhaus Wohnfitz bei seinem "Tag der offenen Tür". Der Vorsitzende erwähnte außerdem Spenden des Bayern-Fanclubs Walldürn, des Neckar-Odenwald-Kreises, der Stadt Walldürn sowie der Maschinenfabrik Gustav Eirich aus Hardheim. Greulich dankte allen, die sich für das Wohl des Hospizes einsetzen.

Aktuell voll belegt
Die finanzielle Situation des Hospizes sei zunächst aufgrund der geringen Belegung recht schwierig gewesen und der Förderverein habe in diesem Zeitraum erhebliche Zuschüsse leisten müssen. Seit Ende 2015 habe sich die Situation aber deutlich entspannt. Das Odenwald Hospiz in Walldürn sei seither nun fast immer voll belegt. Die finanzielle Zukunft des Odenwald Hospizes dürfte gesichert sein, so Greulich.

Nach dem Kassenbericht der Schatzmeisterin Rosemarie Breunig bestätigten ihr die beiden Kassenrevisoren Stephan Kobold und Jürgen Kugler eine einwandfreie Buchführung.

Nach der Entlastung wurden bei den Teilneuwahlen Heinrich Hennig als stellvertretender Vorsitzender, Achim Ulrich als Schriftführer sowie Stephan Kobold und Jürgen Kugler als Kassenrevisoren für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Vorsitzender Helmut Greulich und Schatzmeisterin Rosemarie Breunig stellen sich erst im kommenden Jahr den Neuwahlen.

Zum Abschluss dankte Bürgermeister Markus Günther allen Anwesenden für ihr Engagement zum Wohle des Odenwald Hospizes. Die Hospizbewegung mache das Land menschlicher und solidarischer, so Günther. Hospizpflege sei ein Dienst der Nächstenliebe, der für das Zusammenleben und das soziale Netz in der ganzen Region von großer Bedeutung sei.

Auf den Tod vorbereiten
In Anbetracht der Tatsache, dass der Anteil der hochbetagten Menschen und damit die Sterbeziffern im Neckar-Odenwald-Kreis - wie überall in Deutschland - in den nächsten Jahren und Jahrzehnten massiv zunehmen werde, sei eine Einrichtung wie das stationäre Hospiz dringend notwendig. Es ermögliche todkranken Menschen, ihre letzten Lebenstage in einem Umfeld der Geborgenheit und der menschlichen Zuwendung zu verbringen. Die Hospizhelfer seien speziell darauf geschult, die sterbenden Menschen mit Fürsorge und Zuneigung zu pflegen und sie - so gut es gehe - auf den Tod vorzubereiten. ds

© Fränkische Nachrichten, Samstag, 16.04.2016 | Mit freundlicher Genehmigung