Gedenkfeier 2016

Zu einer Gedenkfeier hatte das Odenwald Hospiz in Walldürn am Sonntagnachmittag eingeladen. Dem Personenkreis den man in der Kapelle Maria Rast  willkommen hieß, gehörten Familien und Freunde von Verstorben an, die als Gäste ihre letzten Tage und Wochen im Hospiz in Walldürn verbracht hatten; die dort gepflegt, betreut und begleitet wurden. Ihrer wurde gedacht. Gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Pflege, mit zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern hatten die Hinterbliebenen bei dieser Gedenkveranstaltung auch die Gelegenheit, einen ökumenischen Wortgottesdienst zu feiern.

Nach den Begrüßungsworten von Hospiz-Geschäftsführer Thomas Oberst gestalteten Pater Dr. Slawomir Klein (OFM) und Pfarrer Karl Kress von der evangelischen Kirchengemeinde  diesen Erinnerungsgottesdienst vornehmlich in Dankbarkeit für den gemeinsamen Weg, den Pflegekräfte und die ihnen Anvertrauten gegangen sind.
Im Mittelpunkt der geistlichen Ansprache stand das Oster-Evangelium des Johannes, welcher das wunderbar tröstliche Bild des auferstandenen Christus am Ufer des Sees Genezareth 'zeichnet'. Jesus als Begleiter, der uns erwartet, wenn unser hiesiges Leben ein Ende findet. Der sich um uns sorgen wird, denn er spricht: „Ich lebe und ihr sollt auch leben“. Im Anschluss an Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir mangeln...“, sprach die Gedenkversammlung Fürbitten und Gebete und es wurde gemeinsam gesungen. Die beiden Geistlichen spendeten abschließend allen Anwesenden ihren Segen.

Im Programmverlauf folgte ein kurzer literarischer Beitrag. Christa Greulich las „Der fehlende Ton“ eine tröstliche Geschichte von Kerstin Müller. Ein Ton, der in einer Melodie verloren geht, plötzlich fehlt; der die Komposition verändert. Bald wird der fehlende Ton durch eine Pause ersetzt und die Melodie formt sich neu. Sie klingt nun verändert und dennoch schön und vertraut. ftogedenkfei415
Nach diesen aufbauenden Gedanken begrüßte die Leiterin der Pflege im Odenwald Hospiz, Magdalena Baier die geladenen Gäste. Sie brachte ihre Freude über ein Wiedersehen mit den  Familienangehörigen und Freunden der Verstorbenen zum Ausdruck. Gleichzeitig galt der Gruß und Dank auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihres Hauses und ganz besonders den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des Odenwald Hospizes. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Beate Albert verlas sie anschließend alle Namen der verstorbenen Hospiz-Gäste im vergangenen halben Jahr. Begleitend dazu wurden Kerzen entzündet und die Teilnehmer der Feierstunde sangen „Das ist der Tag, den Gott gemacht“. Den musikalisch-instrumentellen Part übernahmen Marcel Dittrich am Piano und Achim Dörr, Gitarre, sensibel und mitfühlend während des gesamten Nachmittages.

Bevor sich die Hinterbliebenen, geführt in kleinen Gruppen, durch die ehrenamtlichen Helferinnen Conny Benig und Christine Ehret in den Raum der Stille ins Odenwald Hospizgebäude begaben, erläuterte Magdalena Baier noch die Idee der „Blume der Erinnerung“: Jeder Gast wird im Walldürner Hospiz bei der Aufnahme ins Haus mit einer individuell gestalteten Keramikblume begrüßt. Diese Blüte bleibt im Zimmer des Hospizgastes bis zu seinem Tod. Danach wird die Blume in den Raum der Stille verbracht. Die Möglichkeit für die Hinterbliebenen, diese getöpferte Erinnerungs-Blume mit nach Hause zu nehmen, bietet sich besonders bei den Gedenkfeiern an, welche in  halbjährlichem Rhythmus stattfinden.
In diesem Frühjahr hatte man die Blumen der Erinnerung an Birkenästen im Raum der Stille arrangiert. Am vermeintlich toten Holz zeigten zarte, frische Triebe eindrucksvoll das „neue“ Leben auf.owhblumerinnerg Passend zum symbolträchtigen Sujet trugen die beiden ehrenamtlichen Hospizhelferinnen Gedichte vor und lasen Texte, die den Hinterbliebenen, Mut und Hoffnung machen können und die Zuversicht vermitteln, dass aus Trostlosem auch etwas Neues entstehen kann.

An festlich gedeckten und in warmen Farben dekorierten Tischen fanden alle Teilnehmer der Gedenkfeier abschließend die Möglichkeit miteinander ins Gespräch zu kommen. Das üppige Kuchenangebot steuerten ausnahmslos die ehrenamtlich Tätigen des Odenwald Hospizes bei.  Kaffee und Kuchen genoss man in der angenehmen Atmosphäre des Kapellenraumes. Der Nachmittag diente auch dem Erfahrungsaustausch und der Information. Die Leitung des Hospizes, Pflegkräfte und ehrenamtliche Helfer des Hauses und auch die anwesenden Vereinsvorstände von Odenwald Hospizverein und Odenwald Hospizförderverein beantworteten alle Fragen im Zusammenhang mit der Hospizarbeit in Walldürn.

(Bericht Gabriele Eder-Herold)