Klarinetten-Quartett auf musikalischer Weltreise

BENEFIZKONZERT IN DER KAPELLE MARIA RAST: „Bequadro“ trat auf und bekam viel Applaus / Vortrag über Hospiz

2013-11-14-Benefizkonzert

Das Klarinetten-Quartett "Bequadro" gastierte in Walldürn. © Stieglmeier

WALLDÜRN. Auf Initiative des Fördervereins Odenwald-Hospiz fand in der Kapelle Maria Rast ein großartiges Benefizkonzert mit dem Klarinetten-Quartett "Bequadro" statt. Rund 120 Besucher waren gekommen. Zu hören waren Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart, Edward MacDowell, Carl Böhm, Astor Piazolla, Ignazio Cervantes sowie Eric Clapton. Zuvor sprach der Palliativmediziner Dr. Rudolf Trabold zum Thema "Odenwald-Hospiz - dem Sterben ein Zuhause geben".

Nach der musikalischen Eröffnung durch das schwungvoll dargebotene "Salzburger Divertimento" (KV 136 Presto) von Wolfgang Amadeus Mozart begrüßte Helmut Greulich als Vorsitzender des Fördervereins Odenwald Hospiz in der voll besetzten Kapelle Maria Rast die rund 120 Benefizkonzertbesucher.

Sein Dank galt Gabriele Eder-Herold , die für die Organisation des Abends verantwortlich zeichnete, sowie den Sponsoren für die finanzielle Unterstützung dieses Abends.

Dr. Rudolf Trabold (Walldürn) gin gi seinem Vortrag auf Bereiche wie "Wie wünschen wir Menschen uns unseren Tod und wie stellt sich diesem Wunsch heute in der Regel die Realität des Sterbens gegenüber", "Was ist eine Palliativstation?" oder Was sind Hospize?" ein, ehe er seinen Vortrag mit den Worten von Cicely Saunders beendete: "Sie sind wichtig, weil Sie eben da sind. Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig. Und wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können!"

Nach einer Pause mit Bewirtung und mit der Möglichkeit zur Information über die voraussichtlich im Frühsommer 2014 in unmittelbarer Nähe des Seniorenwohn- und Pflegeheimes "Maria Rast" ihre Pforten öffnende Einrichtung des Odenwald Hospiz in Walldürn ließ das Klarinettenquartett den musikalische Part dieses Konzertes folgen.

Breit gefächertes Repertoire

Die vier Musiker Robert Dreksler (Würzburg), Stefan Herzog (Seckach), Joschi Michelberger (Billigheim) und Ralph Schweizer (Schönbrunn) nahmen die Gäste mit auf eine musikalische" Weltreise" von Italien über Österreich, Deutschland und England bis nach Nordamerika, Argentinien und Kuba und auf eine "Zeitreise" vom Barock bis zu zeitgenössischer Rockmusik. Ein so breit gefächertes Repertoire ist fürwahr nicht selbstverständlich.

Zu hören waren dabei "In Autum"von E. MacDowell (1860 - 1908, Spätromantiker, Amerika), die "Sonate in g-moll" von T. Albinoni (1671 - 1750, Barock, Italien)", das Quartett in F-Dur" von C. Böhm (1877 - 1928, Kirchenmusiker, Deutschland), "O Isis, o Osiris" aus der "Zauber-flöte" von Mozart (1756 - 1791, Wiener Klassik, Österreich), "Drei Tangos" von A. Piazolla (1921 - 1992, Argentinien) " Two Cuban Dances" von I. Cervantes (1847 - 1908, Kuba) und "Tears in Heaven" von E. Clapton, (geb. 1945, England), einem der einflussreichsten heutigen Rockmusiker.

Ob Sonate oder Tango - bei jedem der so unterschiedlichen Musikstücke verstanden es die Künstler, Stimmung und Aussage deutlich zu machen, und bewiesen dabei stets ein sensibles Gespür für feinste dynamische und klangliche Nuancen. Die Freude an diesem Konzert war ihnen deutlich anzusehen und sprang auf die Zuhörer über. Nach der zweiten Zugabe, dem temperamentvoll gespielten "Ungarischen Tanz" von J. Brahms, hielt es die Konzertbesucher nicht mehr auf den Stühlen. Der Beifall war lang und herzlich. Mozart zu spielen, verriet Ralph Schweizer, der durch das Programm führte, sei "wie ein Blick über den Gartenzaun ins Paradies". Man glaubte es ihm und seinen Mitspielern aufs Wort, nicht nur bei Mozart. Es bleibt zu hoffen, dass dieses außergewöhnliche Quartett noch oft in der Region zu hören sein wird. ds

© Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 14.11.2013
Mit freundlicher Genehmigung
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