Palliativ-Arbeit mit 600 Euro unterstützt

Die Frauengemeinschaft kfd Rinschheim hatte zum Thema „Hospiz und Palliativversorgung im Neckar-Odenwald-Kreis“ in den Gemeindesaal eingeladen. Angelika Immerz begrüßte die Referenten Dr. Rudolf Trabold zum Thema Hospiz und Tilly Hack, Claudia Weber und Stefanie Kampa zum Thema Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV).

Zunächst gab Dr. Rudolf Trabold einen Einblick in die Hospizarbeit und detailliert in die stationäre Einrichtung „Odenwald Hospiz Walldürn“, welche von ihm palliativmedizinisch betreut wird. Das „Odenwald Hospiz Walldürn“ ist ein Ort der Geborgenheit und die Kernbotschaft ist die Behandlung und Versorgung todkranker Menschen. Ihnen soll eine möglichst hohe Lebensqualität und Lebenszufriedenheit in einer entspannten Atmosphäre erhalten werden. Man hat sich als Ziel gesetzt, das Sterben ins Leben zu integrieren. Die Palliativmedizin bejaht das Leben und sieht das Sterben als einen normalen Prozess an. Sie will den Tod weder beschleunigen, noch hinauszögern.

Im Anschluss stellten Tilly Hack und Claudia Weber Palldomo – Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) vor. Das Palliative-Care-Team hat mittlerweile seinen Sitz in Buchen in der Hollergasse. Zum Team gehören erfahrene Ärzte und Pflegekräfte, welche eine spezielle Weiterbildung in Palliativversorgung sowohl medizinisch als auch pflegerisch haben. Zusätzlich wird das Team von einer palliativen Atemtherapeutin, psychoonkologischen Beraterin und Betriebswirtin in Gesundheitsmanagement unterstützt. Die Versorgung wird von zentraler Stelle aus organisiert und koordiniert. Man arbeitet eng mit Haus- und Fachärzten, Pflegediensten, Krankenhäusern, Hospizdiensten und stationärem Hospiz, Apotheken, Sanitätshäusern, Ergo- und Physiotherapeuten und Seelsorgern zusammen. Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Leistungen sind: eine nicht heilbare, fortschreitende Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung, komplexes Symptomgeschehen, Wunsch des Patienten, in seiner gewohnten Umgebung versorgt zu werden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten zu 100 Prozent. Hierzu ist eine Verordnung (Muster 63) notwendig, die vom Hausarzt, Facharzt oder den Ärzten der Klinik ausgestellt werden kann, so Tilly Hack. SAPV ermöglicht Schwerstkranken, Autonomie und Würde zu erhalten und möglichst bis zuletzt ohne Schmerzen und andere belastende Begleiterscheinungen ein Leben in ihrer vertrauten Umgebung zu führen. Das Ziel ist, dazu beizutragen, dass die ihnen verbleibende Zeit unter bestmöglichen Bedingungen genutzt werden kann.

Angelika Immerz würdigte die aufschlussreichen Ausführungen. Die Frauengemeinschaft Rinschheim hatte aus einigen Aktivitäten einen Erlös von 600 Euro erwirtschaftet. Dieser kam den beiden Organisationen „Odenwald Hospiz Walldürn“ und „Palldomo“ zu Gute.

© Fränkische Nachrichten, Mittwoch - 30.11.2016