Stefan Müller-Ruppert und sein Sohn Bastian Ruppert trugen beim Abend für das Odenwald Hospiz im Rathaussaal Collagen, Gedichte, Erzählungen und Lieder zum Thema Geburt, Leben und Sterben vor. (Bild: Antje Bauer)

 Nur eine Stimme und ein Instrument, aber was für ein wunderbarer Abend! Und was heißt da – nur eine Stimme – wer Stefan Müller-Ruppert kennt, der kennt auch die reiche Modulationsfähigkeit seiner Sprache. Er flüstert, sprudelt, spricht gesetzt, plaudert in leichtem Ton, vermag Emotionen und Atmosphäre Ausdruck zu verleihen und versteht es einfach, sein Publikum in die jeweilige Stimmung der Gedichte, Geschichten und Parabeln eintauchen zu lassen.
Und er singt. Ein warmer Bass, den er je nach Thematik zu gestalten weiß, innig verhalten etwa beim „Tod eines Mädchens“ von Franz Schubert, voll Wiener Charme beim „Alleweil fidel“ oder wie ein Madrigal bei Carl Michael Bellmans „Trink aus dein Glas, der Tod steht auf der Schwelle“. Begleitet wurde er dabei jeweils von seinem Sohn Bastian Ruppert auf der Gitarre, einem Profi auf seinem Instrument.

„Ich wurde sehr nachdenklich bei der Anfrage, ob ich mir vorstellen könnte, ein Programm für die Arbeit eines Hospizes zusammenstellen zu könne“ gestand Müller-Ruppert zu Beginn des Abends, den der Förderverein Odenwald Hospiz in Walldürn in Zusammenarbeit mit dem hiesigen Rotary-Club veranstaltete. „Drei Bedingungen habe ich da gestellt“, so der Künstler weiter, „das waren drei Tage Bedenkzeit, die Bedingungen und die Inhalte“.
So entstand schließlich das Programm „Es ist ein Kommen und Gehen“, mit Collagen, Gedichten und gesungenen Beiträgen zu Geburt, Leben und Sterben mit auch mal gemäßigt heiterer Deftigkeit. Und heiter hatte dieser Abend auch gleich begonnen mit Karl Obermayrs leicht polternde Weigerung, überhaupt jemals sterben zu wollen. Geschichten zum Schmunzeln, Nachdenkliches, Zartes und Wunderbares gab es dann noch weiter zu hören.
Zärtlich das Gespräch mit dem kleinen Wesen, das „nahe unter Mutters Herz“ noch im Werden ist, von ganz anderer Qualität das Zwiegespräch der Zwillinge im Bauch der Mutter, wo Paul penetrant dagegen mosert, dass es – wie sich sein Bruder gewiss ist – ein Leben nach der Geburt gibt.
Dann erlebt man schon den „kleinen Fratz auf dem Kinderrad“, von dem man nicht so recht wusste, was aus ihm werden sollte oder Harald Hursts „Hampelmann“, nicht geplant, aber geglückt, der die Verwandtschaft und ihr Getue über sich ergehen lassen muss. Und genauso behutsam, wie man ein Kind behandeln soll, genauso behutsam interpretierte der Rezitator das bekannte „Sind so kleine Hände“ von Bettina Wegner.

Auch mitten im Leben, in seinen besten Jahren, kommt man nicht ganz am Gedanken an den Tod vorbei. So gibt es eine Anekdote von Peter Alexander, dem bei seinem Besuch auf dem Friedhof ein Grab angeboten wurde. „Rechts der berühmte Herr X, links der berühmte Herr Y und für Sie in der Mitte der herrliche Blick auf die Weinberge“.
Wie man dem Thema der eigenen Endlichkeit auch mit einem Lächeln begegnen kann, dazu ließ Müller-Ruppert Bob Dylan zu Wort kommen mit seinem „Du kannscht nix mitnähme“, dem die Übertragung ins heimische Idiom noch einen besonderen Reiz verlieh. Oder bei seiner Aufzählung, auf welche Art und Weise die einzelnen Berufsgruppen standesgemäß sterben – so segnet der Pfarrer das Zeitliche, der Optiker schließt für immer die Augen oder der Anwalt steht vor seinem Richter.
Drei Balladen von Reinhard Mey lieh der Sänger dann seine Stimme und man meinte fast, den Liedermacher selbst zu hören bei etwa der Geschichte von den Kinderhosen oder wie „grauer Regen fiel“.
Zwei wunderbare Geschichten von Franz Hohler – den zwei Büschen, die sich im Alter gegenseitig stützen und der Traumbrücke, die „repariert“, der alten Frau das Sterben erleichtert.

„Heute Abend geht es ja, wie Sie wissen, um das Odenwald Hospiz in Walldürn“, erklärte der Künstler. „So möchte ich einen Brief vorlesen von einer Frau, die ihre Mutter dort begleitet hat“. Es sei kein leichter Weg gewesen, so die Tochter, aber man habe ihn nicht schöner erleben können. Unheilbar krank sei die Mutter gewesen, die aber nicht im Krankenhaus hatte sterben wollen. „Es war ein großes Glück, dass wir einen Platz im Walldürner Hospiz bekamen“, so die Tochter. Die Atmosphäre sei angenehm, wohltuend, die Bewohner dort seien „Gäste“, keine Patienten. So werde auf vielfältige Weise auf die Wünsche der Gäste eingegangen, weil man ihnen die letzte Phase des Lebens so angenehm wie möglich gestalten wolle.
Verwundert waren die Angehörigen zunächst, weil ihre Mutter immer wieder erklärte, dass sie heim wolle – auch den Tag nannte sie. Und an diesem Tag starb sie auch, ruhig und friedlich und liebevoll begleitet. Da wurde der Familie klar, dass mit dem „Heim wollen“ der Mutter, die Ewigkeit gemeint war.
Noch so mancher Beitrag der beiden Vortragenden folgte nach diesem Brief, Gedanken etwa von Dichtern verschiedener Epochen zum Thema Alter und Gehen, wie „Der alte Mann am Fenster“ von „PUR“ oder ein Spruch aus Afrika, der die selig preist, die Verständnis für all die Gebrechen des Alters zeigen.

Helmut Greulich, der Vorsitzende des Fördervereins, dankte am Ende dieses eindrucksvollen Abends zunächst einmal den beiden Künstlern. „An dem reichen Beifall habt ihr gemerkt, wie sehr eure Darbietung das Publikum beeindruckt hat.“. Ihnen sei es gelungen, was sie sich bei der Konzeption ihres Programms vorgenommen hatten; nämlich dazu beizutragen, die eigenartige Scheu und die seltsamen Berührungsängste, die viele mit dem Thema Tod und Sterben haben, abzubauen.
Sein Dank galt aber auch der Stadt Tauberbischofsheim, die den Rathaussaal zur Verfügung gestellt hatte, Johannes Benz, der den Vorverkauf übernommen hatte, und den Organisatoren des Abends.

Sinn dieses Abends sei auch gewesen, so Helmut Greulich weiter, das Hospiz in Walldürn hier in Tauberbischofsheim bekannt zu machen.
Seit rund drei Jahren besteht die Einrichtung nun, etwa 250 Gäste habe man auf ihrem letzten Weg begleiteten können, und dabei auch den Angehörigen und Freunden Trost und Hilfe geben können. Der Förderverein unterstützt das Walldürner Hospiz finanziell und ist dankbar für jede Spende. Denn mindestens fünf Prozent der Betriebskosten müsse das Hospiz selbst aufbringen, ist also auf Spenden angewiesen

© Fränkische Nachrichten, 30. November 2017

Bereits zum dritten Mal war der Förderverein Odenwald Hospiz e.V. beim jährlichen Wendelinusmarkt in Hardheim mit einem Flohmarktstand vertreten.

Wie in den vergangenen Jahren fand die Aktion in sehr schöner Umgebung, nämlich im Eingangsbereich des Schlossgartens /Alpengartens statt. Der Platz

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Das Foto zeigt den größten Teil der Helfer bei dieser Aktion.

unter den beiden großen Pavillons reichte nicht aus, um alle Waren zu präsentieren: alle Arten und Geschmacksrichtungen von Geschirr, Sammeltassen, Kaffeeservice, Schüsseln, Gläser, Vasen, Bestecke, Haushaltswaren aber auch Elektroartikel,  Bilderrahmen, Bilder, gestickte Tischdecken und vieles mehr -- sogar mehrere Parkbänke waren damit belegt.
Bei strahlendem Sonnenschein und fast sommerlichen Temperaturen kamen viele oft mehr am Schauen als am Kaufen interessierte Festbesucher vorbei. So hielt sich der Erlös dieser Aktion –immerhin ca. 400 Euro -  in Grenzen, aber dafür gab es doch immer wieder interessante Gespräche über die Hospizidee  im allgemeinen und das Odenwald Hospiz im besonderen und die Helfer konnten den Stand am Abend mit einem zufriedenen Gefühl abbauen.

Liane (zweite von rechts) ist die neue Botschafterin für das Odenwald Hospiz. (Bild: Adrian Brosch)

Dass die Walldürner Schlagersängerin Liane („Du wusstest, dass ich frei sein will“) trotz anhaltenden Erfolgen ein großes Herz für ihre Heimat sowie kranke und schwache Menschen hat, beweist ihr eindrückliches Engagement als Botschafterin des „Odenwald-Hospizes“. Am Freitag besuchte sie jene vor nunmehr drei Jahren eingeweihte Einrichtung, um sich über die Angebote für Sterbenskranke und deren Angehörige zu informieren.

Begrüßt wurde Liane durch Fördervereins-Vorsitzenden Helmut Greulich nebst Stellvertreter Heinrich Hennig, Geschäftsführerin Christine Lehner, Gesellschafterin Christa Weiß sowie Herbert Kilian als Vorsitzendem des Odenwald-Hospizvereins. Sogleich lud Christine Lehner zum Rundgang ein, der zunächst in den mit einer Skulptur des Altheimer Künstlerehepaars Rolf Hamleh und Ramona Müller-Hamleh ausgestatteten „Raum der Stille“ führte. „Hier haben Angehörige von Bewohnern die Möglichkeit, in aller Ruhe etwas zu lesen oder auch nur ganz allein zu sein, sollten sie das wünschen“, erklärte die Geschäftsführerin. Ebenso können sie ihre Sorgen in Bücher eintragen: „Auch das allein kann schon befreiend wirken“, schilderte die ehrenamtlich engagierte Christa Greulich und zeigte Liane die insgesamt fünf Gedenkbücher der im Hospiz Verstorbenen. In diese werden auch Postkarten eingeklebt, auf deren besondere Bewandtnis Helmut Greulich zu sprechen kam: „Jeder Gast sucht sich bei der Ankunft eine zu ihm passende Postkarte aus unserem Fundus aus, die an seiner Zimmertür befestigt wird und später im Erinnerungsbuch an ihn erinnert“, betonte er.

Eine ähnliche Bedeutung besitzt die „Blume der Erinnerung“: Jeder Gast erhält eine handgefertigte Blume aus Ton, die ihn auf seinem Weg innerhalb des Hospizes begleitet und nach der Gedenkfeier entweder Verwandten gegeben oder im Garten deponiert wird. „Wir legen Wert auf solche Rituale, auch weil wir nicht jede Beerdigung besuchen können“, informierte Helmut Greulich.

Christine Lehner stellte in diesem Zusammenhang klar, dass „auch an unserem Personal die Schicksale und Lebenslinien nicht spurlos vorüberziehen“ und man sich „kaum etwas Schlimmeres vorstellen kann als den Moment, in dem sich ein Kind von seiner dem Tod geweihten Mutter verabschieden muss“.

Herbert Kilian führte an, dass das Odenwald-Hospiz die einzige derartige Einrichtung sowohl im Neckar-Odenwald-Kreis als auch im Main-Tauber-Kreis sei und einen Einzugsbereich bis ins fränkische Bayern habe. Nach inzwischen drei Jahren könne man es als etabliert bezeichnen: „Mein anfängliche Vermutung, die Walldürner könnten Vorbehalte gegenüber des Hospizes oder emotionale Hemmungen haben, bestätigte sich glücklicherweise nicht“, ließ er wissen und sprach „von bisher keiner einzigen negativen Stimme“. Dafür sprechen auch zahlreiche Dankesbriefe, die immer wieder eintreffen: „Es kommt häufig vor, dass Angehörige von in unserem Haus verstorbenen Menschen uns hinterher entweder einen ergreifenden Brief schreiben oder sich persönlich bedanken“, erklärte Christa Weiß und zeigte einige Schreiben aus dem Archiv.

Gast ein Ständchen gebracht
Im „Wohnzimmer“ wurde Liane von einigen Gästen bereits erwartet und konnte sogar ihre stimmlichen Qualitäten unter Beweis stellen: Einem Gast sang sie ein Geburtstagsständchen, als sie von dessen Ehrentag erfuhr. Anschließend bezeichnete Christine Lehner den geschmackvoll möblierten Raum als „Dreh- und Angelpunkt des Hauses, in dem auch immer wieder freundschaftliche Kontakte zwischen den Bewohnern entstehen“. Bücher und CDs für jeden Geschmack, die stets zugängliche Küche, ein Kaminofen und eine Freiterrasse schaffen gern genutzte Freiräume und ein beinahe familiäres Ambiente; gelegentlich unterhält Marcel Ditrich die Gäste am Digitalpiano.

Für die Besucher der Hospizgäste steht zusätzlich ein separates Zimmer zur Verfügung, sofern sie nicht auf einem der insgesamt zehn Pflegezimmern übernachten: „Ein Angehöriger kann jedoch auch immer direkt im Pflegezimmer nächtigen, sollte er dies wünschen“, zeigte Herbert Kilian auf.

„Es ist wichtig, eine so segensreiche Einrichtung nach außen zu tragen“, erklärte Liane beim abschließenden Gespräch am Kaffeetisch. Als gelernte Arzthelferin sei sie selbst „ausgesprochen bewegt“ über das im Hospiz Geleistete: „Ich habe etwa in Kliniken und Arztpraxen schon Einiges erlebt und weiß, dass fürsorgliche Menschen an der Seite eines Patienten in Zeiten von Krankheit und Siechtum von unschätzbarem Wert sind“. Zudem wisse man nie, wie einem das Schicksal selbst die Weichen stellt: „Theoretisch könnte jeder von uns das Hospiz einmal benötigen“, bemerkte die Sängerin abschließend.

© Fränkische Nachrichten, 13. September 2017

Unserer Einladung gefolgt waren am Freitag, 28. Juli 2017 wieder die engsten Angehörigen unserer Gäste, welche in den letzten Monaten in unserem Haus begleitet wurden. Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern wurde ihrer in der ehemaligen Kapelle Maria Rast noch einmal gedacht.1

Marcel Ditrich umrahmte unsere Feier wieder musikalisch. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle recht herzlich bedanken.

Nach der Begrüßung durch Geschäftsführerin Christine Lehner, verbunden mit einem herzlichen Dankeschön für die liebevolle Versorgung der Gäste, aber auch die schöne Gestaltung der Gedenkfeier, erläuterte Conny Benig den weiteren Verlauf der Feierlichkeit. Hierbei machte sie deutlich, dass diese Feier nicht nur für Angehörige, sondern auch für uns zu einem wichtigen und wertvollen Ritual geworden ist. 

Ein Musikstück leitete über zum „Märchen vom Gingkoblatt“ vorgetragen von Erna Müller. Hoffnungsvoll erzählt uns die Geschichte, dass der Tod nicht das Ende allen Lebens ist und wie eng das Leben, das Sterben, die Vergänglichkeit, der Tod und die Hoffnung miteinander verwoben sind.

Beim anschließenden verlesen der einzelnen Namen durch Katja Stoll und Christa Greulich, wurde von Rosi Stang und Erna Müller für jeden Gast eine Kerze entzündet. So bekam jeder Gast noch einmal symbolisch einen Platz in unserer Mitte.

2Nach dem Hören einer Musik trug Astrid Dörflinger einen Meditationstext vor, ehe Conny Benig noch einmal alle Angehörigen persönlich ansprach und das hospizeigene Ritual mit der „Blume der Erinnerung erläuterte. Mit dieser, aus Ton gefertigten Blume, wird jeder Gast bei seiner Aufnahme im Hospiz begrüßt. Nach seinem Tod verbleibt sie zunächst in seinem Andenken im Hospiz. Im Rahmen der Gedenkfeier haben die Angehörigen die Möglichkeit, diese Blume mit nach Hause zu nehmen.

Marcel Ditrich schloss die Feier musikalisch. Danach waren bei Brezeln und Getränken alle herzlich eingeladen, noch ein wenig ins Gespräch zu kommen. In dieser Zeit bestand auch die Möglichkeit, einzeln „Die Blume der Erinnerung“ abzuholen und noch einmal einige Momente in Ruhe zu verweilen.

Spende übergeben: Erlös von Sammelaktion beim dritten Strongman Cup überreicht.

Freude bei der Spendenübergabe: Thomas Frey, Thomas Oberst, Marcus Franke, Wolfram Fitz, Andreas Stein, Magdalena Baier und Christoph Müller (von rechts) vor dem Odenwald Hospiz. (Bild: Odenwald Hospiz)

Freude bei der Spendenübergabe: Thomas Frey, Thomas Oberst, Marcus Franke, Wolfram Fitz, Andreas Stein, Magdalena Baier und Christoph Müller (von rechts) vor dem Odenwald Hospiz. (Bild: Odenwald Hospiz)

Das Geld dafür kam beim dritten Strongman-Cup zusammen und stammt aus dem Erlös des Getränkeverkaufs und Spendenkassen. Am Vatertag hatten sich die starken Männer in Walldürn wieder im Wettkampf gemessen – und die Zuschauer konnten dabei etwas Gutes tun. Nämlich Geld für den guten Zweck geben.

Marcus Franke, Organisator des Wettkampfs, freute sich im Beisein von Thomas Frey von Rewe, Wolfram Fitz von Wohnfitz, Andreas Stein von den Stadtwerken Walldürn und Christoph Müller von Goldschmitt techmobil – die stellvertretend für die Sponsoren anwesend waren – über das Ergebnis. Er dankte den ehrenamtlichen Helfern und den Sponsoren, die die Veranstaltung möglich gemacht und sich für den guten Zweck eingesetzt haben und so mit zu diesem Spendenerlös beigetragen haben.

Geschäftsführer Thomas Oberst und Pflegedienstleiterin Magdalena Baier freuten sich über die Spende und bedankten sich für die finanzielle Hilfe, die den Bewohnern des Odenwald Hospizes zugutekommen wird.

© Fränkische Nachrichten, 03. Juni 2017

Unter dem Motto „Genuss mit Sinn(en)“ hat die Bürgerstiftung für die Region Mosbach am 29. April bereits zum vierten Mal ihr jährliches Benefizessen veranstaltet. Rund 100 Gäste nahmen an der Veranstaltung im wunderbar dekorierten Steiner Saal in Mosbach teil. Der Erlös des Abends geht in diesem Jahr an den Förderverein des Odenwald-Hospiz in Walldürn, das ganz wertvolle Arbeit für die Bürgergesellschaft im Neckar-Odenwald-Kreis leistet.
Stiftungsvorstand Klaus Saffenreuther dankte daher den zahlreichen Spendern, Helfern und Gästen und freute sich altbekannte Stammgäste, aber auch neue Gesichter in der Runde begrüßen zu dürfen. In seiner Ansprache gab er einen Überblick über die vielschichtige Arbeit der Bürgerstiftung und die laufenden und geplanten Projekte.

Für den kulinarischen Genuss sorgten in bewährter Weise Björn Siedler mit seinem Team vom Bildungspark Heilbronn. Die gemeinnützige und innovative Einrichtung der beruflichen Erwachsenenbildung servierte ein abwechslungsreiches Mehrgängemenü und unterstrich damit das Motto Genuss mit Sinn(en), das mit einer reichhaltigen Getränkeauswahl komplettiert wurde. Genuss auf musikalischer Ebene lieferten das unterhaltsame Duo Tamara Kühner und Rupert Laible.

Die Bürgerstiftung für die Region Mosbach hat sich dieses Jahr für einen Spendenempfänger entschieden, der Menschen in der schwersten und damit letzten Lebensphase beisteht. Menschen mit einer nicht mehr therapierbaren Erkrankung, deren Lebenserwartung begrenzt ist und deren Pflege nicht im häuslichen Umfeld gewährleistet werden kann, finden im Odenwald-Hospiz einen Ort der Geborgenheit. Da laut Gesetzgeber Hospize 5% ihrer Betriebskosten durch Spenden selbst finanzieren müssen, greift hier die Bürgerstiftung dem Odenwald-Hospiz unter die Arme. Insgesamt kann durch die Veranstaltung ein Spendenbetrag von 6.500 € an diese wichtige Einrichtung übergeben werden.

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Bei der Spendenübergabe vor dem Steiner Haus: v.l. Klaus Saffenreuther, Stiftungsvorstand, Helmut Greulich 1. Vorsitzender und Heinrich Hennig 2. Vorsitzender des Fördervereins Odenwald Hospiz sowie Erich Dambach Kuratoriumsvorsitzender der Bürgerstiftung

Helmut Greulich erster Vorsitzender des Fördervereins und Heinrich Heinnig, zweiter Vorsitzender gaben bei der Spendenübergabe nochmals einen kurzen Einblick in die Arbeit und den Ablauf des Odenwald-Hospizes. Mit großer Dankbarkeit nahmen die Herren die Spende entgegen. Das Odenwald-Hospiz verfügt momentan über zehn Plätze die von den Menschen der Region dankbar angenommen werden. Unter anderem machen die rund um Uhr Versorgung in einer angenehmen Atmosphäre sowie die Miteinbeziehung der Angehörigen und die Trauerarbeit das Odenwald-Hospiz zu einer wertvollen Institution in unserer Region.

Weitere Informationen zur Bürgerstiftung für die Region Mosbach gibt es unter www.buergerstiftung-mosbach.de

Pressebericht - Volksbank Mosbach - 23. Mai 2017

Unserer Einladung gefolgt waren am Freitag, 28. April 2017 erneut die engsten  Angehörigen unserer Gäste, welche in den letzten Monaten in unserem Haus gepflegt und begleitet wurden. Gemeinsam wurde ihrer in der ehemaligen Kapelle Maria Rast – direkt neben dem Hospizgebäude - noch einmal gedacht.

Besonders war dieses Mal, dass Herr Jochen Gümbel (Musiker) als Sohn eines bei uns verstorbenen Gastes, es sich nicht nehmen ließ, die Feierlichkeit sowohl im Gedenken an seinen Vater als auch für alle weiteren verstorbenen Gäste musikalisch zu umrahmen. Dafür bedanken wir uns an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich!

N1ach der Begrüßung durch Geschäftsführer Thomas Oberst erläuterte Pflegedienstleiterin Magdalena Baier den Ablauf der Gedenkfeier, welche nicht nur für die Angehörigen wichtig und wertvoll ist, sondern auch für unser ganzes Team. Ein Musikstück leitete über zum „Märchen vom Gingkoblatt“, vorgetragen von Schwester Anke Märker. Hoffnungsvoll erzählt uns die Geschichte, dass der Tod nicht das Ende allen Lebens ist und wie eng das Leben,  das Sterben, die Vergänglichkeit, der Tod und die Hoffnung miteinander verwoben sind. Beim anschließenden Verlesen der einzelnen Namen durch Magdalena Baier und Christine Lehner bekam jeder Gast noch einmal symbolisch durch eine Kerze einen Platz in unserer Mitte.

Nach dem Hören einer Musik trug Christine Lehner einen Meditationstext vor, ehe unsere ehrenamtliche Mitarbeiterin Conny Benig ebenfalls noch einmal alle Angehörigen persönlich ansprach und das hospizeigene Ritual mit der „Blume der Erinnerung“ erläuterte. Mit dieser, aus Ton gefertigten Blume, wird jeder Gast bei seiner Aufnahme im Hospiz begrüßt. Nach seinem Tod verbleibt sie zunächst in seinem Andenken im Hospiz. Im Rahmen der Gedenkfeier haben die2 Angehörigen die Möglichkeit, diese Blume mit nach Hause zu nehmen.

Herr Gümbel schloss die Feierlichkeit musikalisch. Im Anschluss waren bei Brezeln und Getränken alle herzlich eingeladen, noch ein wenig ins Gespräch zu kommen, was gerne genutzt wurde. In dieser Zeit bestand auch die Möglichkeit, einzeln „Die Blume der Erinnerung“ abzuholen und noch einmal einige Momente in Ruhe zu verweilen.

Bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins Odenwald Hospiz im "Hotel-Landgasthof Zum Riesen“ standen die Berichte im Mittelpunkt.

Der Vorsitzende Helmut Greulich sagte, seit der letzten Mitgliederversammlung habe sich die Anzahl der Mitglieder und Paten um 26 erhöht, der Förderverein habe 164 Mitglieder, und von diesen Mitgliedern hätten 27 eine Patenschaft mit einem Jahresbeitrag von mindestens 300 Euro übernommen haben. Das Odenwald Hospiz habe sich im Gegensatz zu 2015 – dem ersten
vollen Betriebsjahr, das in finanzieller Hinsicht noch sehr schwierig gewesen sei –, 2016 konsolidieren können.

Zwei wichtige Faktoren
Dazu hätten vor allem zwei Faktoren beigetragen: zum einen würden die Krankenkassen seit Dezember 2015 95 Prozent der ausgehandelten Betriebskosten übernehmen und dadurch müsse das Hospiz nur noch fünf Prozent statt vorher zehn Prozent der Betriebskosten aus eigener Kraft aufbringen.
Zum anderen sei das Hospiz während des ganzen Jahres 2016 fast voll ausgelastet gewesen, was hauptsächlich das Verdienst des fest angestellten Pflegepersonals und auch der vielen ehrenamtlichen Helfer sei, die eine hervorragende Pflege gewährleisten und eine sehr gute Atmosphäre im Hospiz schaffen würden.

Die fünf Prozent würden immer noch einen hohen jährlichen Bedarf ergeben. Deswegen sei man natürlich weiterhin auf Spenden angewiesen. Einen großen Anteil davon würden die offiziellen Förderer aufbringen, hier galt der Dank dem Neckar-Odenwald-Kreis, der Stadt Wall-dürn, der Joachim und Susanne Schulz Stiftung und der Maschinenfabrik Gustav Eirich für deren Unterstützung. Ebenso aber auch allen anderen Spendern und Unterstützern sowie als neuer Spendergruppe Angehörigen von Gästen des Hospizes, die ihre Dankbarkeit für die gute Pflege ihrer Lieben durch Spenden direkt an das Hospiz oder an den Förderverein zum Ausdruck bringen würden.

In den zurückliegenden zwölf Monaten seien wieder zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten durchgeführt wurden, um den Hospizgedanken und speziell das Odenwald Hospiz in Walldürn in der Region weiter bekannt zu machen. So ein Konzert mit dem Chor Maranatha in der Kirche St. Marien oder die Veranstaltung „Es ist ein Kommen und Gehen“ mit Stefan Müller-Ruppert und dessen Sohn Bastian Ruppert. Auch die Theatergruppe Walldürn engagierte sich für das Hospiz, in dem sie den Erlös aus einer Theateraufführung dem Förderverein zukommen ließ.

Sparschweine stehen noch
Ferner hätten die 2015 aus der von den beiden Bundestagsabgeordneten Dr. Dorothee Schlegel und Alois Gerig initiierten Aktion „Spenden sie ihre DM“ ins Leben gerufenen Sparschweine nach dieser Sparkassenaktion noch nicht ausgedient und stünden heute noch in vielen Geschäften, wo sie von der Bevölkerung „gut gefüttert“ würden. Eine sehr gute Resonanz fand dann der vom 2. Vorsitzenden des Fördervereins Heinrich Hennig, für alle ehrenamtlich im Hospiz tätigen Helfer initiierte Nachmittag auf dem Golfplatz in Neusaß.

Positiver Kassenbericht
Schatzmeisterin Rosemarie Breunig erstattete den sehr positiven Kassenbericht, die Kassenrevisoren Stephan Kobold und Jürgen Kugler bestätigten ihr eine einwandfreie Kassenführung und beantragten die Entlastung der Schatzmeisterin sowie des
Vorstands, die jeweils einstimmig erfolgte.

Bei den Teilwahlen wurden Helmut Greulich als Vorsitzender und Rosemarie Breunig als Schatzmeisterin für weitere zwei Jahre jeweils einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Komplettiert wird die Vorstand durch den 2. Vorsitzenden Heinrich Hennig, Schriftführer Achim Ullrich und die beiden Kassenrevisoren Stephan Kobold und Jürgen Kugler.

Engagement gewürdigt
Zum Abschluss dankte Bürgermeister-Stellvertreter Herbert Kilian dem Vorsitzenden Helmut Greulich, den Vorstandsmitgliedern und allen aktiv mitwirkenden Fördervereinsmitglieder für deren großes Engagement zum Wohle des Odenwald Hospizes.

© Fränkische Nachrichten, 12. April 2017

Über eine Spende in Höhe von 500 Euro durfte sich das Odenwald Hospiz Walldürn freuen.

Am Mittwochvormittag nahmen Herbert Kilian, Vorsitzender des Odenwald Hospizvereins, und Thomas Oberst, Geschäftsführer der Odenwald Hospiz gGmbH, im Gasthaus „Zum Hirsch“ in Anwesenheit des Gastwirt-Ehepaars Michael und Karin Kuhn und der Vertreter der verschiedenen Stammtische den Spendenscheck entgegen.

Das Geld resultiert aus einer spontanen Spendenaktion der Mitglieder despenderr Hirsch-Stammtische „Mooscht“, „Säichwerk“, „Volleyballer“, „Freitags-Kicker“, „Dienstags-Faustballer“, „Mittwoch-Stammtisch“ „Samstags-Kegler“ und „Freitags-Tresensteher“ im Rahmen der gemeinsam durchgeführten Neujahrswanderung.

Herbert Kilian und Thomas Oberst dankten allen Stammtischlern für die Spende, die wie zahlreiche weitere Zuwendungen im Laufe des Jahres mit dazu beitragen wird, mindestens fünf Prozent der Betriebskosten des Odenwald Hospiz selbst abdecken zu können.

Kilian nutzte die Gelegenheit, das Odenwald Hospiz als Ort der Geborgenheit kurz vorzustellen. Im Mittelpunkt der Einrichtung stehe die Pflege und Betreuung von Menschen, deren Lebensende kurz bevorsteht. Das Hospiz ermögliche ein friedvolles Sterben in Würde gemeinsam mit Angehörigen, Freunden und Hospizmitarbeitern in einer warmen und persönlichen Atmosphäre.

© Fränkische Nachrichten, Freitag - 10.02.2017  -  Bild-Stieglmeier