Tod und Sterben diskutiert

Einen eindrucksvollen Nachmittag erlebten die diesjährigen Neukonfirmierten der evangelischen Kirchengemeinde Billigheim-Sulzbach im Odenwaldhospiz in Walldürn. Einem gutem Brauch folgend wurde die Aktion "Konfidank" unterstützt, bei der die Konfirmanden einen Teil ihrer Geschenke an Bedürftige abgeben.

"Mir ist wichtig, dass wir lokale Projekte unterstützen, die wir vor Ort besuchen können und konfidankschauen, wo das Geld hingeht", so Pfarrer Oliver Schüle. Die sechs Konfirmanden hatten die Wahl zwischen Flüchtlingshilfe bei Jugendlichen oder der Hospizarbeit. Zusammen mit ihrem Pfarrer brachten sie dafür einen stolzen Betrag auf.

Thomas Oberst, Geschäftsführer des Odenwaldhospiz und Pflegedienstleiterin Magdalena Baier erlebten mit den Konfirmanden einen spannenden Nachmittag, bei dem über Tod und Sterben als Teil des Lebens diskutiert wurde. Bereits in der Konfirmandenzeit hatte sich die Gruppe damit beschäftigt. Vor Ort sahen die Konfirmanden, dass das vor knapp zwei Jahren in Betrieb genommene Hospiz ein heller und einladender Ort ist. Obwohl hier vor allen Dingen eines getan wird: gestorben. Oberst und Baier vermittelten einen hautnahen Einblick der Sterbebegleitung von der ersten bis zur letzten Minute.

Nach einem ausführlichen Rundgang kam man schnell ins Gespräch und die Jugendlichen erhielten auch einen Einblick in die betriebswirtschaftliche Seite des Hospiz. Dafür wird auch das aufgebrachte Geld verwendet, denn der Gesetzgeber hat festgelegt, dass nur 95 Prozent der Kosten von den Krankenkassen bezahlt werden.

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 22.04.2016 | Mit freundlicher Genehmigung