Förderverein

Ein Fest so bunt wie das Leben fand am ersten Juliwochenende auf der alla hopp!-Anlage in Buchen statt. Die Veranstaltung war rundum gelungen und wer mitgefeiert hat, der hat gleichzeitig auch noch etwas Gutes getan.

Mit dem Fest wurden nämlich Projekte der Region unterstützt, der Verein „Lebenshilfe Buchen.“, der Förderverein „Odenwald Hospiz“, Walldürn und der Förderverein des „Kinder- und Frauenschutzhauses“ in Buchen/Mosbach erhielten jeweils 2000 Euro.

„Schönes Fest“
„Es war ein außerordentlich schönes Fest“, waren sich bei der offiziellen Spendenübergabe alle Beteiligten einig. Bei der Erinnerung an die beiden Festivaltage gab es viel Positives zu berichten, alle lobten den gelungenen Verlauf und das vielfältige Angebot und das super Bühnenprogramm.

„Als Fest der Vielfalt und grenzenLos schön“, so fiel auch der Rückblick des „Herz statt Hetze NOK-Teams“ rund um Alexander Weinlein und vom Orga-Team der Stadt Buchen positiv aus. Dank ging an dieser Stelle auch nochmals an alle Helfer und Unterstützer sowie alle Sponsoren, nur durch das Zusammenwirken der vielen Kräfte konnte so ein schönes Fest gefeiert und ein großartiges Ergebnis erzielt werden.

„Mit dem Geld wird viel Gutes bewirkt, es kommt bei Menschen in der Region an“, dankten die Vertreter der bedachten Organisationen. Die Schecks wurden überreicht an den Vorsitzenden der Lebenshilfe Buchen Bernd Rathmann mit Kassiererin Sigrid Ender. Vom Odenwaldhospiz Walldürn freute sich Vorsitzender Helmut Greulich. Vom Vorstandsteam des Kinder- und Frauenschutzhauses Buchen/Mosbach freuten sich Manuela Beyer und Elfriede Schuler über die Unterstützung.

Scheckübergabe: „Lebenshilfe Buchen“, „Odenwald Hospiz“ und das „Kinder- und Frauenschutzhaus“ werden unterstützt. Bild: Stadt Buchen

© Fränkische Nachrichten, Oktober 2022

Eine gute Botschaft für alle Liebhaber feinsinniger, dabei auch humorvoller  Lieder mit einem breiten Themenbereich: Die Sängerin und Liedermacherin Joana kommt wieder nach Walldürn und wiederum wird sie kongenial begleitet von dem Ausnahme-Gitarristen Adax Dörsam. Der erste Auftritt dieses großartigen Duos für das Odenwald Hospiz in Walldürn im Jahr 2016 mit dem Programm unter dem Titel „Ich staune bloß“ war damals ein großer Erfolg, und eigentlich war schon für den Herbst 2020 ein erneuter Auftritt geplant, aber die Corona-Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung.  Nun aber ist es soweit: Am Sonntag, 9. Oktober 2022 um 19 Uhr präsentiert Joana ihr neues Programm „In der Heimat isses schää -  Lieder für Eingeborene, Zugezogene und Fortgegangene“ in Walldürn in der Kapelle Maria Rast.

Und wer sie kennt, diese feine, präzise Liedermacherin mit der Rückenrieselstimme, der weiß auch, dass das ausgezeichnete „Mannemer BLOOMAUL“ in ihren Liedern immer mit einem Augenzwinkern unterwegs ist.

Seit vier Jahrzehnten schreibt  JOANA   ihre eigenen Texte und Musiken nach bester Singer-Songwriter-Manier, ob es um ihre Klassiker geht - „De Hildegard Ihr Yuccapalm“, „Wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr“, „Und mit dir wollt’ ich mal nach Gretna Green“ oder die aktuellen Lieder von ihrer  CD „Tun wir was dazu“.

Ihre Texte – poetisch aber trotzdem politisch. Ihre Töne -  leise in einer lauten Welt. Ihr Programm - klug aber nicht kopflastig. Ihr gelingt Tiefgang mit Leichtigkeit. Konventionelles kontert sie mit Kabarettistischem, nachdenkliches Schweigen mit befreiendem Lachen. In Hochdeutsch un in ihrer schääne Mudderschbrooch: Kurpfälzisch.

Apropos Kurpfälzisch: Freunde vun derre schääne Schbrooch werden ebenso auf ihre Kosten kommen, wie die „Dialektfreien“, die Auswärdische, die Zugezogenen.

Wie immer vereint auch dieses Programm gekonnt Anspruch mit Entertainment.  JOANA versteht es immer wieder, uns mit ganz neuen Themen zum Nachdenken, zum Lachen und zum Staunen, zu bringen. Ihr gelingt es sogar, die kleinen Kalamitäten des Älterwerdens ins kunstvoll Komische zu kippen.

Ihr „Mobiles“ können Sie übrigens während des Konzerts gerne ausschalten,  denn gegen JOANAS  Lied vom vergessenen Handy  hört sich ohnehin jeder aktuelle Klingelton alt an…

Die Themenpalette dieser feinen, präzisen Liedermacherin reicht von der skurrilen Vorstellung vom außergewöhnlichen Gebrauch eines Staubsaugers, „der sogar Sünden saugen kann“, bis hin zu einem hartnäckigen Tierchen, das jeder von uns kennt: der Ohrwurm.

JOANAS Lieder gehen unterdes nicht nur ins Ohr, sondern auch unter die Haut. Sie bezieht eindeutige Stellung gegen Krieg, und das alte Volkslied „Guten Abend, gute Nacht“ behält nur seine Melodie, ansonsten nimmt es einen Verlauf, der in die Abgründe mitten in unserer Gesellschaft führt.

Seit vier Jahrzehnten schreibt u. singt JOANA ihre eigenen Lieder nach bester Singer-Songwriter-Manier, ob es um ihre Klassiker geht („De Hildegard Ihr Yuccapalm“, „Butzekrampel“, „Wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr“, „Und mit dir wollt’ ich mal nach Gretna Green“) oder die ganz neuen Lieder dieser Liederpoetin mit der markanten Stimme.

Ihre Texte  - poetisch aber trotzdem politisch. Ihre Töne -  leise in einer lauten Welt. Ihr Programm - klug aber nicht kopflastig. Ihr gelingt Tiefgang mit Leichtigkeit. Konventionelles Die Germanistin/Romanistin, die sich – nach dem zweiten Staatsexamen und kurzer Zeit im Schuldienst – für den Beruf der Sängerin/Liedermacherin entschieden hatte und deren gesungene Poesie inzwischen in vielen Musik- u. Liederbüchern steht, hat sich auch gesellschaftlich engagiert: Sie arbeitet ehrenamtlich als Kuratoriumsmitglied der DEUTSCHEN UMWELTSTIFTUNG, tritt immer wieder auf für Hilfsorganisationen u. hat im Auftrag des GOETHE-INSTITUTS in vielen Ländern der Welt Konzerte gegeben.

Wie immer vereint auch das aktuelle Programm der Künstlerin gekonnt Anspruch mit Entertainment. 

An der Gitarre begleitet wird Joana von dem Gitarristen Adax Dörsam, der 1974 sein Studium (mit dem Schwerpunkt klassische Gitarre) an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim abschloss. Danach arbeitete er als Banjospieler im Nationaltheater Mannheim und war gleichzeitig in verschiedenen Rock- und Bluesbands in der Mannheimer und Odenwälder Szene tätig. Von 2009-2011 war er festes Mitglied der Band von Xavier Naidoo. Auch als Arrangeur, Produzent und Komponist hat sich Adax Dörsam einen Namen gemacht hat. Er komponierte u.a. Filmmusiken für SWR, Arte, WDR, SR, Tiger TV und BR.

Karten für dieses bestimmt sehr interessante Konzert gibt es ab Samstag, 10. September zum Preis von 15 Euro im Bücherladen am Alten Rathaus in Walldürn, Telefon 06282-95509 und an der Abendkasse. Saalöffnung ist bereits um 18 Uhr. Hospizverein und Förderverein Odenwald Hospiz werden eine kleine Bewirtung arrangieren. Der Reinerlös der Veranstaltung kommt dem stationären Odenwald Hospiz zu Gute.

Mit freundlicher Genehmigung von Frau Christa Greulich:
Ich bin ehrenamtliche Begleiterin im Hospiz und ich bin gerne bei den Menschen, die sich dafür entschieden haben, ihre letzte Lebensphase in diesem freundlichen von Licht und Wärme erfüllten Haus zu verbringen.

Oft höre ich den Satz: Das könnte ich nicht, wie kann man das aushalten. Wie kann man den Menschen begegnen, die um ihren nahen Tod wissen?

Die Hilfe dafür kommt von den Gästen selbst. Sie sagen oder zeigen mir, was sie möchten.
Ich erlebe viele schöne Gespräche, ich höre interessante Lebensgeschichten, höre von Reisen in ferne Länder, von dem, was das Leben Schönes geschenkt hat. Ganz oft höre ich die Worte: Es ist gut, so wie es ist, das was jetzt geschieht mit mir, gehört auch zum Leben – das Sterben.
Manchmal muss nichts mehr gesprochen werden, spüren lassen, dass man da ist, das genügt. Es sind wertvolle Begegnungen.

Etwas, das mich sehr berührt hat, davon möchte ich Ihnen erzählen.

Irgendwann, an einem Sonntagnachmittag, hat jemand im Flur des Hospizes Musik gespielt. Ich habe die Zimmertüren geöffnet. Ein Gast wollte im Bett auf den Gang geschoben werden, um so der Musik noch näher zu sein. Es war eine Frau und diese hatte das Glück, dass während ihres ganzen Aufenthaltes ihr Ehemann bei ihr im Zimmer sein konnte.  Nach einer kurzen Weile bat sie mich an ihr Bett und fragte mich, ob der Musiker denn auch einen Walzer spielen könne und ob ich mit ihrem Mann dazu tanzen würde.
Ja, das haben wir gemacht. Auf den Schneewalzer haben ihr Mann und ich eine kleine Weile getanzt.
Wir sind dann gemeinsam an ihr Bett gegangen, sie hat sich bei mir und ihrem Mann bedankt mit den Worten: das war jetzt sehr schön, meinen Mann noch einmal tanzen zu sehen. Wir haben doch früher so oft und so gerne miteinander getanzt. Und dass mein Mann tanzt, dieses Bild wollte ich noch einmal sehen.

Glauben Sie mir, ein solcher Tanz bleibt in Erinnerung. Ich habe dieser Frau zu danken.

 

Mit freundlicher Genehmigung von Frau Christine Ehret:

Zehn Uhr vormittags, die erste Frühlingssonne durchflutet die Räume des Hospizgebäudes.

Heute bin ich als Mitglied der ambulanten Hospizgruppe zum Besuch eingeteilt. Als ich ins Aufenthaltszimmer komme, herrscht auch dort eine entspannte, nahezu heitere Atmosphäre. Ein Gast äußert den Wunsch, etwas zu spielen, und wir liefern uns ein spannendes „Mensch ärgere dich nicht“-Duell. Dabei erzählt er mir von sich, seinem Beruf und seiner Familie. Dann gehe ich von Zimmer zu Zimmer, um zu erfahren, ob meine Anwesenheit erwünscht ist.

Ein Gast berichtet in einem ausführlichen Gespräch von seinem langjährigen Leidensweg und wie zufrieden er ist, jetzt hier angekommen zu sein uns angenommen zu werden so wie er ist. Er ist sich seiner Lage voll bewusst, er weiß, dass das hier die Endstation für ihn ist, um seine eigenen Worte zu benutzen.

Im nächsten Zimmer besteht kein Gesprächsbedarf. Der Gast zieht es vor, eine Fernsehsendung anzuschauen.

Beim nächsten Klopfen vernehme ich ein deutliches „Herein“. Es ist ein enger Verwandter des Gastes, der Gast selbst schläft tief und erschöpft. Auf meine Frage, wie es ihm als nächstem Verwandten denn gehe, bricht der ganze Kummer der letzten Monate aus ihm heraus. „Von der Diagnose bis heute nur 9 Monate.“ Er spricht sehr viel, und unser Gespräch dauert sehr lange, und ich merke, dass es ihm etwas Erleichterung bringt, einmal seinen Schmerz artikulieren zu können. Als ich mich schließlich verabschiede, bin ich tief ergriffen, denn hier fühle ich nicht nur mit, ich leide mit – war ich doch vor nicht zu langer Zeit in einer ganz ähnlichen Lage.

Texte sind so wie zugesandt veröffentlicht

Mit freundlicher Genehmigung von Frau Andrea Hart:
Mein Name ist Andrea Hart, ich arbeite seit Eröffnung im Jahr 2014 im stationären Hospiz in Walldürn. Die Hospizarbeit jedoch ist schon lange meine Leidenschaft und ich habe in jahrelanger beruflicher und ehrenamtlicher Tätigkeit viele Menschen beim Sterben begleiten dürfen.

Dabei habe ich immer wieder festgestellt, dass jedes Sterben einzigartig ist. Auch bei derselben Krankheit mit denselben Symptomen und Beschwerden ist es unmöglich den Angehörigen einen genauen Zeitpunkt zu nennen wann die endgültige Abschiedsstunde mit dem geliebten Menschen gekommen ist.

Die Frage  verbunden mit vielen Unsicherheiten und Ängsten bedingt oft die Tatsache, dass die Angehörigen oft mehr Betreuung benötigen als der Sterbende selbst. Sie möchten mit aller Macht, z.B. dass der Sterbende noch isst und trinkt, obwohl der Körper klar signalisiert, dass dies ihm mehr schadet als nützt. Dies zu akzeptieren ist oft ein beschwerlicher und langer Weg.

Der Sterbende selbst spürt oft schon lange, dass das Ende seines Lebens nahe ist und spielt vor den Angehörigen den Starken, um sie zu schonen- was oft auch umgekehrt funktioniert. Nicht die körperliche Pflege der Menschen, sondern das Sehen dieser psychischen Diskrepanzen, Vermitteln und Aushalten in diesen Situationen das ist eigentliche Hospizarbeit.

Für die Sterbenden selbst ist der Tod nicht immer schreckhaft, sondern wird nach oft jahrelanger Leidenszeit  sehnsüchtig erwartet. Im Hospiz können wir ihnen diese Beschwerden lindern und manchmal auch nehmen. So genießen sie ihre verbleibenden guten Tage und sehen dann dem Sterben gelassen entgegen.

 

Mit freundlicher Genehmigung von Frau Martina Iraschko:
Mein Name ist Martina Iraschko und ich arbeite seit dreieinhalb Jahren in der Hospizarbeit und seit Januar dieses Jahres bin ich im Odenwald Hospiz in Walldürn als Krankenschwester und Palliative Care Pflegekraft beschäftigt.

Was kann ich berichten aus meiner Erfahrung. Die Hospizarbeit hat mich verändert. Langsam aber stetig. Ich lebe heute bewusster,  intensiver, setzte meine Prioritäten anders und bin zufriedener, gelassener, selbstbewusster.

Die Arbeit so nah an den Menschen, die schwerkrank sind und bald sterben werden, lässt eine Tiefe und Ehrlichkeit zu, die ganz viel Leben wieder spiegelt. Denn was zählt am Ende? Doch nur der Mensch, die Menschlichkeit und die Beziehung miteinander. Auch die Angehörigen und Freunde sind trotz Traurigkeit und Schwere dankbar da zu sein.

Besonders der Rahmen im Hospiz, nimmt den Alltagsdruck und bietet ein gutes Umfeld, sorgt für Linderung der Beschwerden, lässt die letzten Wochen, Tage, Stunden erträglicher, freudiger und friedlicher sein. Es findet in dieser intensiven kurzen Zeit ganz viel Leben statt. Wir lachen und weinen, sind traurig und froh.

Sterbende und ihre nahestehenden Personen finden sich manchmal nochmal neu. Dinge die im Leben wichtig erschienen und oft einen Graben haben aufbrechen  lassen, erscheinen plötzlich ganz leicht diesen zu überwinden. Im Blick auf die Endlichkeit des irdischen Lebens, sieht man die Welt mit neuen Augen. Das ist ein Geschenk das uns sterbende Menschen  schenken und wir können mit Herz und Hand unsere Sterbenden begleiten und führen bis an das Tor, sie sanft loslassen und ihnen eine gute Reise wünschen.

Das Leben mit dem Tod, schenkt neue Perspektiven für das Leben. Davon bin ich überzeugt und dankbar.

Texte sind so wie zugesandt veröffentlicht

Mit freundlicher Genehmigung von Frau Ursula Käflein:
die diagnose unserer mutter war "unheilbar". sie wollte sterben, aber nicht im krankenhaus an maschinen und apparaten, sondern menschlich und in würde. unser glück war, dass wir innerhalb von zwei tagen einen platz für unsere mama im odenwald hospiz bekamen. für uns alle war die einrichtung hospiz bis dahin unbekannt, aber aus der Rückschau hätten wir uns keinen schöneren ort wünschen können. wir fühlten von anfang an, dass hier eine sehr angenehme, wohltuende atmosphäre herrscht. die sterbenden sind gäste, keine patienten. das ist ein riesiger unterschied. wir fühlten uns im hospiz eigentlich gleich sehr gut aufgehoben, fast wie zuhause: sehr liebe einfühlsame schwestern und ehrenamtliche mitarbeiterinnen, wunschküche d.h. jeder gast kann seine essenswünsche mitteilen und bekommt sie dann auch zubereitet, sehr schöne gemütliche zimmer. man spürt, dass den gästen hier ihre letzte lebensphase so angenehm wie möglich gemacht wird.das spürte auch unsere mutter. sie prägte den begriff "sterbehotel". unsere mutter ging eigentlich nie gerne in urlaub, aber sie sagte des öfteren, der urlaub im sterbehotel gefällt mir eigentlich sehr gut, das hätte ich nicht gedacht. sie war sehr zufrieden und ausgeglichen. ja, sie blühte richtig auf. nach vier tagen bestellte sie ihren hausarzt zu sich ins zimmer ,um ihn zu fragen wann sie nun endlich abreisen kann. der arzt konnte ihr darauf natürlich keine antwort geben. daraufhin meinte sie am nächsten tag zu uns, hier ist es ja schön, aber nächste woche gehe ich dann doch lieber heim. das teilte sie uns nun täglich mit. nun machten wir uns gedanken und hatten sogar ein schlechtes gewissen unsere mutter überhaupt ins hospiz gebracht zu haben. das sagten wir dann auch den schwestern. sie hatten immer zeit für uns und meinten, dass das eigentlich ganz normal ist, viele ihrer gäste leben hier oft nochmals auf.ich erinnere mich ganz besonders an einen Nachmittag. mama hatte sehr viel besuch, auch unser hund polly durfte mit ins hospiz. es war  sehr lebhaft in ihrem zimmer, aber sie genoss es richtig. als alle weg waren schlief sie ein. ich saß neben ihrem bett und im flur spielte eine ehrenamtliche mitarbeiterin gitarre und sang das lied" meine zeit steht in deinen händen." dieses lied stimmte mich zuerst sehr traurig, aber nun wurde für mich klar, dass mama, mit nächste woche gehe ich heim, nicht ihr zuhause meinte, sondern heim in die ewigkeit.  drei tage später waren mein bruder und ich dabei als unsere mutter völlig überraschend den kopf zur seite drehte und für immer einschlief. so hatte sie es sich immer gewünscht. auch hier waren die schwestern liebevoll und mitfühlend an unserer seite, durch ihre besondere fürsorge nahmen sie uns die angst vor dem tod.dafür sind wir unendlich dankbar. es war für uns alle bewegend wie wir die letzte lebensphase gemeinsam im hospiz verbringen durften.es war kein leichter weg, aber wir hätten uns keinen schöneren ort wünschen können.

 

Mit freundlicher Genehmigung von (Angehörige möchte nicht genannt werden):
Zunächst möchte ich vorausschicken, dass meine Mutter im September 2015 im Odenwaldhospiz an Krebs verstorben ist. Ich hätte mir für sie, aber auch für uns Angehörige in diesen letzten vier Lebenswochen keinen besseren Ort wünschen und vorstellen können.
Eine Erfahrung aus dieser Zeit möchte ich hier wiedergeben:

Ich hatte meiner Mutter zu Weihnachten und zu ihrem Geburtstag einen Geldbetrag für eine Reise geschenkt. Im Sommer zeichnete sich leider klar ab, dass sie diese Reise nicht mehr unternehmen kann und ich überlegte mir, womit ich ihr mit diesem Geld im Hospiz eine Freude bereiten könnte. Meine Idee waren Massagen, weil ihr diese auch früher immer gut getan haben. Natürlich keine klassischen Rückenmassagen, sondern Behandlungen, die ihrer Situation angepasst wären. Ich fragte daraufhin Frau Baier, die Pfegedienstleiterin des Hospizes, ob sie eine Physiotherapeutin kenne, die evtl. ins Hospiz kommen könnte. Spontan fiel ihr niemand ein, aber sie wollte gerne behilflich sein und sich umhören.

Nun verschlechterte sich der gesundheitliche Zustand leider in kürzester Zeit rapide und es war nicht mehr möglich diesen Wunsch, den ich auch mit meiner Mutter abgesprochen hatte, in die Tat umzusetzen  ­-  Meine Mutter lag im Sterben.

In diesen letzten wertvollen Tagen konnte ich nochmals sehr viel Zeit mit und bei ihr verbringen. Es besteht auch die Möglichkeit im Hospiz zu übernachten. Mein Bruder, meine Nichte und ich nutzten diese Gelegenheit und wachten an ihrem Bett. In der Nacht bevor sie starb, war ihr Zimmer von einer friedlichen Stille erfüllt. Nur zwei Kerzen brannten und verströmten sanftes Licht. Am frühen Morgen war ich dann doch so müde, dass ich auf dem Zustellbett, welches im Zimmer stand, für eine kurze Weile tief eingeschlafen bin. Mein Kopf lag dabei am Fußende meiner Mutter.
Als ich wieder aufwachte, bot sich mir ein wunderschönes Bild:

Die Nachtschwester  saß im Kerzenschein am Bett meiner Mutter und massierte ihr direkt vor meinen Augen die Füße! Meine Mutter, die nicht mehr sprechen konnte, stöhnte nur leise.

Ich war sehr ergriffen von dieser Situation und der erste Gedanke, der mir voller Freude in den Sinn kam, war: „Nun bekommt sie doch noch dieses Geschenk!“  Niemand hätte dies zu einem solchen Zeitpunkt noch organisieren können. Ich hatte geschlafen und genau zu dieser Zeit als ich nichts mehr für sie tun konnte, weil ich einfach zu erschöpft war,  ist es ohne mein Zutun einfach passiert. Gleichzeitig hat mich dieses Bild an die Fußwaschung Jesu erinnert und daran, wie er den Menschen diente. So, wie es diese Schwester eben in diesem Moment tat.

Die Schwester, der ich heute noch sehr dankbar bin,  wusste in diesem Moment gar nicht, was sie für uns tat. In einem späteren Gespräch erklärte sie, dass sie dies vorher noch nie so getan hätte und einem inneren Impuls gefolgt sei. Für mich war dies kein Zufall, sondern ein Geschenk Gottes und ein Zeichen dafür, dass er unsere kleinen Herzenswünsche manchmal sehr ernst nimmt und meiner Mutter nochmal wohl tuen wollte. So wurde in diesem Augenblick das Geschenk, welches ich meiner Mutter so gerne noch gemacht hätte, auch mir selbst zum Geschenk. Wenige Stunden später ist sie gestorben. Für mich ist diese Erfahrung  bis heute ein Trost.

Die Texte sind so wie zugesandt veröffentlicht